Straelen: Schoko-Ticket vergessen: Bus lässt Kinder stehen

Straelen: Schoko-Ticket vergessen: Bus lässt Kinder stehen

/ Wachtendonk (kla) Froh waren Lukas und seine Schulkameradin, dass sie an diesem Schultag nicht so viel schleppen mussten. Statt des Tornisters hatten sie nur ihre Musikinstrumente dabei. Was sich jedoch als misslich erweisen sollte, als sie von der Haltestelle am Straelener Gymnasium mit dem Schulbus zurück nach Wachtendonk fahren wollten. Denn sie hatten vergessen, ihr Schokoticket aus den Tornistern umzupacken. Als sie in den Bus steigen wollten, sei ihnen das von dem Fahrer verweigert worden, schildert Lukas' Großvater Norbert Lochen aus Wachtendonk. Die Kinder hätten keine Gelegenheit gehabt, dem Fahrer eine Erklärung abzugeben. "Der verschloss die Tür und fuhr ab." Die beiden Elfjährigen konnten sehen, wie sie nach Hause kamen.

Lochen findet das Verhalten des Fahrers unmöglich und sieht sich darin mit den Mitarbeitern des Schulsekretariats und der Sachbearbeiterin im Versorgungsbetrieb der Stadt Straelen einig. Man könne Kindern den Einstieg nicht verweigern, nur weil sie mal das Schoko-Ticket vergessen haben.

Dirk Höstermann, stellvertretender Pressesprecher der Stadtwerke Krefeld, die für diese Buslinie zuständig sind, redete auf RP-Anfrage nicht lange um den heißen Brei herum: "Der Busfahrer hat einen Fehler gemacht. Unsere Fahrer sollen grundsätzlich zunächst einmal Kinder auch mitnehmen, wenn sie kein Schoko-Ticket vorlegen können, und sie nicht einfach stehen lassen", teilte er mit. Zumal es in diesem Fall offensichtlich gewesen sei, dass die Kinder gerade aus der Schule kamen und nach Hause wollten.

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Sollten die selben Kinder öfter ohne Schoko-Ticket unterwegs sein und dieses Verhalten gewissermaßen "ausnutzen", sei natürlich etwas Fingerspitzengefühl seitens des Fahrers erforderlich. "Aber auch dann sollte er den Kindern nicht die Mitnahme verweigern, ohne weitere Maßnahmen zu ergreifen. Er sollte dann auf jeden Fall zunächst Rücksprache mit der Leitstelle halten, die Situation schildern, und dort entscheidet man dann, wie verfahren werden soll." Oder es könnten die Eltern oder die Schule davon in Kenntnis gesetzt werden, dass die Kinder zum wiederholten Mal kein Schoko-Ticket vorzeigen können. "Insofern entschuldigen wir uns bei Herrn Lochen und den beiden Kindern dafür, dass sie von unserem Busfahrer nicht mitgenommen worden sind, und werden mit dem Fahrer auch noch ein Gespräch führen, um ihn dafür zu sensibilisieren, sich in solchen Situationen künftig korrekt zu verhalten."

(RP)