Glasfaser-Verteilstation: Schnelles Internet für Sevele, Oermten und Kerken

Glasfaser-Verteilstation: Schnelles Internet für Sevele, Oermten und Kerken

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser stellte am Donnerstag die erste Verteilstation in der Ortschaft auf. Von dort aus werden die Stationen in Oermten und Kerken angeschlossen. Interessierte Bürger vor Ort.

Reichlich Platz war gestern auf der Büllenstraße nötig. Vor dem St.-Antonius-Haus und die gesamte Straße entlang standen Halteverbotsschilder. "Kranarbeiten" waren darauf angekündigt. Ohne schweres Gerät ging es nicht, denn nicht weniger als 25 Tonnen wiegt die Verteilstation, die das Unternehmen Deutsche Glasfaser in Sevelen aufstellte. "Das ist die erste im Südkreis Kleve", sagte Bauleiter Hasan Sengün über das monströse Teil, das in der Technikersprache als "Point of Presence" (PoP) bezeichnet wird und ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum schnelleren Internet ist.

Vertreter der Gemeinde (l.), der Firma (r.) und Sevelener Bürger begutachten den Tieflader mit seiner schweren Last. Foto: Seybert Gerhard

Bei dem Gussbeton-Container mit Stahldrahtkern und Ziegeloptik handelt es sich um einen "City PoP" (CP). "Das ist sozusagen das Herz im Verteilsystem", erklärte Projektleiter Marco van Keulen. Von dort aus laufen Leitungen sternförmig zu den "Area PoP" (AP) genannten Verteilern, von denen wiederum die Verbindungen zu den Muffen, den "Distribution Points" (DP) hergestellt werden, bevor die einzelnen Haushalte ihre Anschlüsse bekommen. Ein DP, so van Keulen, sei für maximal 48 Anschlüsse ausgelegt. "Wir haben aber durchschnittlich nur 44 eingeplant, damit wir eine gewisse Reserve haben."

Die Verteilstation gegenüber dem Sevelener Seniorenheim ist nicht nur der Dreh- und Angelpunkt für das Sevelener Netz der Deutschen Glasfaser. Dort wird auch Kerken, wo insgesamt drei AP geplant sind, angekoppelt. Ein weiterer CP, also ein weiteres Herzstück, ist in Wankum vorgesehen. "Aber das kommt später", blickte van Keulen voraus.

Die Gegenwart bestand im Rangieren der Tieflader mit den Fundamentelementen für die Verteilstation und mit der Station selber. Es dauerte eine Weile, bis der Kran und die Transporter an der richtigen Stelle standen und ordnungsgemäß gesichert waren. Dann wurde die Verteilstation in die vorbereitete Grube gehievt. Eine Grundfläche von 15 Quadratmetern hat der Quader, der aus zwei Etagen besteht. "Die Notstromversorgung und die Halterungen für die Verkabelung sind schon eingebaut", erläuterte Bauleiter Sengün. Doch der größte Teil der Installation muss noch eingerichtet werden, und dann wird das Netz bis zu den einzelnen Haushalten ausgebaut. "Jeder Kunde hat seine Leitung, sein Faserpärchen bis zum Haus", umriss Projektleiter van Keulen die Verbindung zwischen Verteilstationen und Endabnehmern.

Einer von ihnen ist Harry Bochert. Der 63-Jährige verfolgte mit seiner Frau Erika, anderen Sevelener Bürgern und Vertretern der Gemeindeverwaltung, darunter Wirtschaftsförderer Franz-Josef Hüls, interessiert, wie der City PoP platziert wurde. Bochert freut sich schon auf den Anschluss. "Ich wohne hier um die Ecke und bin der Zocker-Opa", sagte er. Ausgiebig spielt er am Computer, den er sich selbst zusammenbaut. "Die Evolution ist ja so schnelllebig", weiß er.

Vom Glasfaser-Anschluss erhofft er sich den "Dampf auf der Hütte", den er für seine Computerspiele mit der immer anspruchsvoller werdenden Grafik benötigt. Die neue Verbindung werde mehr als zehnmal leistungsfähiger als seine jetzige Leitung. Jetzt hofft er, dass es schnell geht. "Der Monteur-Termin steht schon fest", sagt der Sevelener. "Ich habe schon alles vorbereitet."

(RP)