Geldern: Schlüsseldienst-Betrug : Prozess beginnt

Geldern: Schlüsseldienst-Betrug : Prozess beginnt

Der Prozessauftakt gegen die beiden mutmaßlichen Hauptverantwortlichen eines laut Anklage betrügerischen Schlüsseldienst-Imperiums ist am 16. Januar am Landgericht Kleve. Geplant sind derzeit 14 Fortsetzungstermine bis Mitte März. Als mögliche Zeugen sind hunderte Menschen aus ganz Deutschland gelistet, die angegeben haben, durch die Schlüsseldienstleister betrogen worden zu sein. Den beiden Angeklagten, zwei Männern aus Geldern und Weeze, wird vorgeworfen, von der Zentrale in Geldern aus ein Netzwerk aus betrügerisch arbeitenden Schlüssel-Dienstleistern geleitet zu haben.

Sie sollen deutschlandweit mit Ortsnetz-Telefonnummern geworben haben, so dass Anrufer glaubten, sie hätten es mit örtlichen Handwerksbetrieben zu tun. Tatsächlich sollen die Techniker reihenweise unzureichend ausgebildete Monteure gewesen sein, die bei den Kunden weite Anfahrten abrechneten, schlechte Arbeit leisteten, zum Teil unnötige Leistungen ausführten und Wucherpreise verlangten. Mit der Masche sollen die mutmaßlichen Hintermänner viele Millionen Euro gescheffelt haben.

Laut Anklage geht es um Betrug und Wucher in über 1000 Fällen. Zu den Vorwürfen gehört die Hinterziehung von Umsatzsteuern in Höhe von - laut Staatsanwaltschaft - 5,8 Millionen Euro. Außerdem seien Lohnsteuern und Sozialversicherungsabgaben in Höhe von zusammen 10,5 Millionen Euro nicht abgeführt worden. Die Festnahme im Rahmen einer großen Razzia war im August 2016.

(szf)