Sanierung in Geldern: Mehr Platz durch Anbau an Marienschule in Kapellen

Bauprojekt in Kapellen : Mehr Platz durch Anbau an Marienschule

Die neu gegründete Gelderner Bau Gesellschaft soll die Schulen der Stadt sanieren, umbauen und anbauen. Das erste Projekt: die Grundschule mit Montessori-Zweig in Kapellen. Ab 2020 soll hier zwei Jahre lang gebaut werden.

Die Marienschule in Kapellen braucht mehr als einen neuen Anstrich. Wie ein Gutachten der Prüfgesellschaft Dekra zeigt, weist das Gebäude der Grundschule mit Montessori-Zweig erheblichen Sanierungsbedarf auf. Und auch für die wachsenden Schülerzahlen sei in Zukunft zu wenig Platz.

Damit sich an der Situation auch in Kapellen etwas ändert, hat die Gelderner Bau Gesellschaft die Arbeit aufgenommen. Die Stadt Geldern hatte im vergangenen Jahr die Aufgabe der Schulbauten an die 100-prozentige Tochtergesellschaft übertragen. Das Unternehmen unter Leitung von Thomas Mutz soll baufällige Schulen sanieren, umbauen und anbauen. Die Marienschule in Kapellen ist nun das erste Projekt des Teams, das seit April zusammenarbeitet. Vergangene Woche fiel der Startschuss für Geschäftsführer Thomas Mutz und seine Mitarbeiter Fatma Ögüt und Felix van Huet. Mit Schulleiterin Angela Hüskes wurde der Vertrag mit dem Architekten Michael van Ooyen aus Straelen für die Planung unterschrieben. Bereits im vergangenen Jahr hat das Architektenbüro eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung und den neuen Anbau der Schule erstellt. Geplant sind demnach ein zweigeschossiger Anbau, ein Forum mit Oberlichtern, neue Räume für den offenen Ganztag, Differenzierungsräume, ein Selbstlernzentrum und Platz für Sitzmöglichkeiten.

„Auch energetisch muss sich in dem bestehenden Gebäude etwas tun“, sagt Thomas Mutz. Fenster und Fassaden sollen bessere Dämmwerte bekommen. Zudem müsse man die Infrastruktur für das städtische Medienkonzept schaffen. Also: Leitungen für Whiteboards und Computer in den Klassenzimmern. „Der alte Toilettentrakt wird komplett abgerissen und neu gebaut“, so Mutz zu unserer Redaktion. Auch einige Trockenlegungsarbeiten seien notwendig. „Ich mache keine Kosmetik oben am Gebäude, während unten der Keller feucht ist“, so der Geschäftsführer.

Die ersten sichtbaren Veränderungen gibt es schon auf dem Schulgelände: Container wurden als mobile Zwischenlösung aufgestellt. Auf 205 Quadratmetern haben dort aktuell der offene Ganztag und drei Toilettenräume Platz. Richtig losgehen soll es nächstes Jahr im Sommer. Dann stehen der Abriss der alten WC-Anlage und des Hausmeisterhäuschens auf dem Plan – letzteres bot bis vor Kurzem noch Raum für die Ganztagsbetreuung.

Im zweiten Abschnitt soll der Neubau errichtet werden, worauf schließlich die Sanierung des Altbestandes folgt. Die Fertigstellung der Arbeiten ist derzeit für Sommer 2022 geplant. In den sanierten und neuen Räumen sollen die Lehrer auch ihr pädagogisches Konzept – den Montessori-Zweig – besser anwenden können. „Differenzierungsräume zum Beispiel sind bisher nur rudimentär vorhanden“, sagt Thomas Mutz. „Eine Montessori-Schule braucht diese Räume aber, um der Pädagogik gerecht zu werden.“ Insgesamt plane man ein offenes, modernes Konzept für die Schule, mit viel Tageslicht, unmittelbarem Ausgang ins Freie, Transparenz und leichte Orientierung im Gebäude.

Entwürfe für den Anbau und die Sanierung liegen aber noch nicht vor. Derzeit befinde man sich in Abstimmung mit dem Architekten und der Schule, sagt Thomas Mutz. Dann müssten die Entwürfe und Bauanträge erstellt werden. Basis der Arbeiten ist die Machbarkeitsstudie des Architekten, an der sich auch Vertreter der Schule beteiligt haben.

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