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Geldern: Ryanair sagt Ja zum Airport

Geldern : Ryanair sagt Ja zum Airport

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat dem Flughafen am Feiertag eine ergänzte Betriebsgenehmigung zugestellt. Inhalt: In Weeze stationierte Airlines dürfen länger starten und landen. Ryanair schließt die Basis nicht.

kreis kleve Das Geschenk, das den Airport Weeze gestern zu seinem sechsten Geburtstag erreichte, war nicht verpackt. Ganz unspektakulär sieht das Schreiben der Bezirksregierung aus. Aber es ist für den Airport, der am 1. Mai vor sechs Jahren den zivilen Verkehrsbetrieb aufgenommen hat, das Beste, was er am Tag der Arbeit bekommen konnte: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat dem Airport eine ergänzte Betriebsgenehmigung vorlegt — und damit in letzter Minute den angedrohten Abzug Ryanairs verhindert.

"Komplett neue Abwägung"

"Der Flughafen bekommt die Anweisungen, wie er zu fliegen hat, von uns, nicht von einem Gericht", sagte Bernhard Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung Düsseldorf. Der Inhalt der ergänzten Genehmigung trage dem Rechnung, was das Bundesverwaltungsgericht im Oktober 2008 bemängelt hatte: Es gebe nun eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung sowie "eine komplett neue Abwägung der Lärmbelange der Anwohner unter Berücksichtigung des besonderen Interesses an der Deckung des Verkehrsbedarfs". Sehr lautes Fluggerät werde generell ausgeschlossen, in den Nachtstunden ist nur "lärmarmes Luftfahrtgerät" zugelassen. Schubumkehr bei Landungen dürfe nur noch eingesetzt werden, wenn dies aus Sicherheitsgründen unumgänglich sei.

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Die Betriebszeit des Airports ist auf 6 bis 22 Uhr festgesetzt worden. Eine Ausnahme erhalten die in Weeze stationierten Gesellschaften — Ryanair und ab heute Hamburg International — die zwischen 6 und 22 Uhr starten und bis 23.30 Uhr landen dürfen. Zudem gilt eine Verspätungstoleranz von einer halben Stunde. Für die Fluggesellschaft Ryanair, die damit gedroht hatte, die Basis zu schließen, wenn sich an den Betriebszeiten nicht etwas ändern sollte, war die Nachricht aus Düsseldorf ausschlaggebend, um sich doch wieder zu Weeze zu bekennen: Ryanair "begrüßt die Veröffentlichung der neuen Betriebserlaubnis, da sie nicht nur die 2,5 Millionen Passagiere von Ryanair schützt", sondern auch Arbeitsplätze sichere, sagte Ryanair-Vize Michael Cawley. Sämtliche Flüge seien wieder buchbar.

Van Bebber erleichtert

Nach der Entscheidung der Ryanair, ihre Basis am Airport Weeze zu behalten, zeigte sich Flughafen-Chef Ludger van Bebber erleichtert: "Uns ist heute ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Wenn Ryanair die Basis aufgegeben hätte, wären hunderte Arbeitsplätze weggefallen. Für die Region wäre das in dieser wirtschaftlich angespannten Lage einer Katastrophe gleichgekommen." Er nannte die Genehmigungsergänzung einen "Schritt auf dem Weg zu einer festen und guten Genehmigung". Rechtssicherheit besteht nicht — der Streit um den Airport wird noch im Hauptsacheverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster ausgetragen. Dessen Sprecher Ulrich Lau hatte am Mittwoch gegenüber der RP erklärt, eine überarbeitete Betriebsgenehmigung habe keinen Einfluss auf den bestehenden Beschluss der gekürzten Betriebszeiten: "Die Voraussetzung wäre eine Änderung der Sach- und Rechtslage." Das schreckt die Bezirksregierung nicht: "Das werden wir dann sehen. Rechtsmeinungen gibt es viele", so Sprecher Bernhard Hamacher.

(RP)