Rund 40 Prozent gehen auf weiterführende Schulen außerhalb Straelens.

Bildungspolitik in Straelen : Viele Straelener Schüler lernen auswärts

Nach den Sommerferien werden fast 41 Prozent der künftigen Straelener Fünftklässler an Schulen außerhalb der Blumenstadt unterrichtet. Immer mehr Eltern wählen für ihre Kinder weiterführende Schulen in Nachbarkommunen.

Eine relativ hohe Anzahl von Straelener Kindern besucht nach der vierten Klasse keine weiterführende Schule in der Blumenstadt, sondern wechselt nach auswärts. Das geht aus den Unterlagen für die nächste Sitzung des Ausschusses für Bürgerdienste hervor.

Das Schulwahlverhalten Straelener Kinder haben die Freien Wähler bei der Verwaltung erfragt. Für das nächste Schuljahr sind nahezu 41 Prozent der in Frage kommenden Straelener Kinder an einer auswärtigen Schule angemeldet worden. Im laufenden Schuljahr liegt diese Quote bei etwa 25 Prozent. Insgesamt 131 Kinder verlassen mit dem Schuljahresende die Katharinen-Grundschule (im Vorjahr waren es 138). Ans Gymnasium Straelen wechseln 41 (62). An der Sekundarschule Straelen werden künftig 36 neue Fünftklässler aus Straelen unterrichtet (42). 15 Kinder (sechs) gehen auf die Realschule an der Fleuth in Geldern, 17 (neun) auf die Liebfrauenschule Geldern, 16 (sechs) auf die Gesamtschule Geldern, vier (neun) auf die Gesamtschule Aldekerk, eins (zwei) auf die Liebfrauenschule Mülhausen und eins (zwei) auf die Gelderlandschule.

Über die Gründe für diese hohe Zahl von Abwanderern wurde an der Katharinenschule im Mai eine telefonische Befragung unter den 54 betroffenen Eltern durchgeführt. Die Auswertung erfolgte anonymisiert, für die Veröffentlichung der Daten sind laut Stadtverwaltung entsprechende Beschlüsse der Schulkonferenzen erforderlich.

Nach Ansicht der Straelener Stadtverwaltung ist es bezeichnend, dass etwa 80 Prozent der befragten Eltern weder die Informationsveranstaltungen der Schulen noch die Tage der offenen Tür besucht haben und ihre Entscheidung gegen Straelener Schulen ohne Nutzung dieser Informationsmöglichkeiten getroffen haben.

Auf die Frage nach notwendigen Änderungen an der Straelener Schullandschaft wurden unter anderem die Punkte „Außendarstellung“, „Gebäude von innen heller gestalten“ und „Gebäude renovieren“ genannt. Die Stadt sieht sich hier in ihrer Sichtweise bestätigt. Die Gebäude der Sekundarschule seien in einem ordnungsgemäßen Zustand und würden laufen instandgehalten, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Ausschuss. „Das äußere und innere Erscheinungsbild ist jedoch an vielen Stellen verbesserungswürdig.“

Die CDU-Fraktion hat beantragt, für das Schuljahr 2019/20 erstmals eine gemeinsame öffentliche Informationsveranstaltung der weiterführenden Schulen in Straelen durchzuführen. Damit soll laut CDU deutlich gemacht werden, dass jede Schulform ihre Berechtigung hat und dass das Bildungssystem durchlässig ist. Die Schulleitungen, so die Stadtverwaltung, begrüßen diesen Vorschlag ausdrücklich. Der Ausschuss für Bürgerdienste hat darüber abzustimmen.

Mit der neuen Mensa im Schulzentrum sind momentan alle Beteiligten zufrieden. Das antwortet die Stadtverwaltung auf einen Antrag der Freien Wähler. „Kinderkrankheiten“ seien überwunden worden, wozu der Mensaausschuss wesentlich beigetragen habe.

Bei den Planungen für die Mensa war ein Bedarf von bis zu 200 Plätzen ermittelt worden, es wurden zwei Mensaräume mit rund 190 Plätzen gebaut. Der Betrieb startete am 1. August 2017, die täglichen Essenzahlen pendelten zwischen 160 und 180. Ab August 2018 wurden knapp 30 Essen weniger pro Tag bestellt wegen geringerer Anmeldezahlen beim Offenen Ganztag und weniger angemeldeter Sekundarschüler bei verstärktem Unterrichtsausfall am Nachmittag. Trotzdem konnte später die Essenszahl relativ stabil bei 160 bis 180 gehalten werden, da sich die Zahlen der Sekundarschule und des Gymnasiums nach oben bewegten.

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