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Rollende Sparkasse: 3200 Kunden nutzen mobile Filiale im Gelderland

Ersatz für geschlossene Filialen im Gelderland : 3200 Kunden nutzen mobile Sparkasse

Seit 100 Tagen rollt das Fahrzeug als Ersatz für geschlossene Geschäftsstellen durchs Gelderland. Die Bank hatte 300.000 Euro in die mobile Filiale investiert. Die Sparkasse ist zufrieden, doch nicht alle Kunden sind begeistert.

Birgit Roos ist zufrieden. „Die Kunden haben es sofort super angenommen“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Krefeld über die ersten 100 Tage des feuerroten Sparkassenmobils. „Eine gute Lösung, zumal ich kein Online-Banking kann“, pflichtet ihr Anneliese Winkelhoch bei. Doch nicht alle Kunden, die am Donnerstag mit dem Besuch des Issumer Wochenmarkts die Erledigung von Bankgeschäften verbinden, sehen es so positiv. „Ich verwalte nur das Konto meines Vaters, ansonsten hätte ich längst die Bank gewechselt“, sagt eine Frau. Christa Mansfeld wirft gerade eine Überweisung ein. „Ich muss immer bis zum Donnerstag warten oder nach Sevelen fahren.“ Früher mit der Geschäftsstelle habe es ihr besser gefallen.

Doch eben die gibt es von der Sparkasse in Issum nicht mehr. Ebenso wie in Kapellen, Walbeck, Veert und Nieukerk. Als Ersatz hat sich die Sparkasse Krefeld für die rollende Filiale entschieden.

Vier Frauen meldeten sich, um das Wohnmobil-große Gefährt zu lenken und als Ansprechpartnerinnen für die Kunden zur Verfügung zu stehen: Ilka Flaskamp, Monika Bruder, Astrid Lüdtke und Susanne Brüsting. „Wir haben sogar extra ein Fahrertraining gemacht“, berichtete Ilka Flaskamp am Donnerstag über die Vorbereitungen. Seit dem 23. März kurvt das Quartett mit dem 6,5-Tonner nach einem festen Fahrplan (siehe Info-Box) durch die Gegend. Das Gebiet reicht von Amern bis Kapellen, berührt also Teilbereiche der Kreise Viersen und Kleve.

Vieles lässt sich am Sparkassenmobil erledigen: Man kann Geld am Automaten abheben, Kontoauszüge ausdrucken lassen, aufs Girokonto und Sparbuch ein- und auszahlen, Daueraufträge, Überweisungen und Schecks auf den Weg bringen. „Komplexe Fragen werden an den Berater weitergeleitet“, erklärt Birgit Roos. Insofern bestehe kein Unterschied zu kleinen stationären Stellen des Geldinstituts.

Seit Ende März wurden rund 3200 Kunden am Sparkassenmobil bedient. „Gerade Ältere sind dankbar für den Service“, hat Ilka Flaskamp erfahren. Besonders beliebt, ergab die Auswertung der ersten 100 Tage, sind die Haltestellen in Veert, Tönisberg und Issum. Die Bandbreite liegt zwischen etwa 120 und 430 Kundenbesuchen je Haltestelle.

Knapp 300.000 Euro hat das Sparkassenmobil gekostet. Das Fahrzeug ist natürlich eine Spezialanfertigung, nicht nur wegen der Automaten, sondern auch wegen des Tresors, der natürlich entsprechend gesichert ist. „Es spricht alles dafür, mit dem Mobil weiterzumachen“, kündigt die Sparkassen-Chefin als Fazit nach der Startphase an. Und wer als Issumer nicht bis zum nächsten Donnerstag für die Bargeldversorgung warten kann, dem bleibt immer noch der Geldautomat im ehemaligen Sparkassengebäude. Und montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr hat die Sparkasse Krefeld das Service-Telefon unter 02151 685990 geschaltet.