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Geldern: Riesenjubel und Freudentränen bei Angestellten und Fluggästen

Geldern : Riesenjubel und Freudentränen bei Angestellten und Fluggästen

Weeze Als gestern Nachmittag im Terminal des Airports Weeze plötzlich laute Freudenrufe ausbrachen, schauten sich einige Besucher und Reisegäste verwirrt an. Sie hatten nichts mitbekommen vom drohenden Ryanair-Abzug und konnten daher mit dem Riesenjubel wenig anfangen, der laut André van Vorst die Halle zum Beben brachte. "Eine Kollegin kam plötzlich in die Küche gestürmt", erzählte der Angestellte der Flughafen-Gastronomie, "und rief: Ja, wir haben gewonnen!"

Auf einmal waren die sorgenvollen und gespannten Mienen bei Mitarbeitern, aber auch vielen Reisenden verschwunden. "Einige Kunden kamen mit Tränen in den Augen zu mir und gratulierten", sagte Roswitha Pfeifer, die den Geschenkeladen betreibt. Sie selbst hatte kurzerhand mit einer Mitarbeiterin eine Flasche Sekt geköpft und auf die ergänzte Betriebsgenehmigung angestoßen. "Das ist der Wahnsinn", meinte sie aufgeregt, aber vor allem erleichtert, hatte sie doch eher gemischte Gefühle. "Endlich eine positive Nachricht."

Als eben diese Nachricht Saager Kenny erreichte, "bin ich aufgesprungen und habe laut gejubelt", berichtete der Angestellte des Parkservice am Airport. Auch bei ihm war die Erleichterung groß: "Meine Arbeitsstelle ist gesichert." Ganz ähnlich ging es Jeanette Müller, einer Kollegin von André van Vorst in der Gastronomie. "Wir hatten auf dieses Ergebnis gehofft und es irgendwie auch erwartet." Im Vorfeld hatte niemand daran denken wollen, dass es auch anders hätte kommen können.

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Anstrengende Tage

Und doch hatte die Ungewissheit ihre Spuren hinterlassen. "Die letzten Tage waren sehr anstrengend", erinnerte sich Ira Bank. Sie musste, wie auch Nadine Becker, an der Information immer wieder ungehaltene Fluggäste beruhigen. "Es herrschte schon eine große Unruhe", sagte Becker. Sie selbst war der ganzen Situation gegenüber "positiv eingestellt. Ich bin seit Dezember 2006 hier und habe schon viel mitgemacht." Für sie war es eine besondere Freunde, ihre Kollegin zum Dienstantritt mit der guten Nachricht überraschen zu können.

Nach dem Zittern folgte also die große Erleichterung. "Ich werde mit meinem Damen heute Abend erst einmal feiern", kündigte Roswitha Pfeifer an. Dasselbe galt auch für Nadine Becker. "Ich muss zwar bis 0.30 Uhr arbeiten", sagte Ira Bank, "aber das schmälert die Freude bei mir nicht. Ich würde auch mit Kaffee anstoßen." Auf einen ruhigen Abend freute sich dagegen Ursula Bass, die in einem Reisebüro am Flughafen arbeitet. "Ich habe schon einiges erlebt", erklärte sie ihre Zurückhaltung. "Natürlich freue ich mich sehr, dass die Arbeitsplätze gesichert sind. Denn mit dem Airport geht es schließlich stetig aufwärts." Deshalb hat sie erst einmal genug von der Aufregung der vergangenen Tage: "Ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt."

(RP)