Stadtwerke Geldern Präsentieren Verschwundene Orte (11): Reste einer Ritterburg in Grenzlage

Stadtwerke Geldern Präsentieren Verschwundene Orte (11): Reste einer Ritterburg in Grenzlage

Von der Burg Langendonk in Aengenesch ist nicht mehr als die Ruine eines Wehrturms übrig geblieben. Einst war die Festung ein Bollwerk des Herzogtums Geldern an der Grenze zu Kurköln. Seit Jahrhunderten ist das Haus dem Verfall preisgegeben.

Aengenesch In einem Feld in der Nähe von Aengenesch liegt der letzte Teil des Hauses Langendonk. Die Reste eines abgestumpften Wehrturmes am Langendonker Weg sind Zeugnis einer jahrhundertealten Festung. Welche Bedeutung sie in damaliger Zeit hatte, wird in heutiger Zeit nicht mehr deutlich. Dabei war Langendonk eine Grenzfestung des Herzogtums Geldern zum kurkölnischen Territorium des Kölner Erzbischofs.

Die Grenze der beiden Herrschaftsbereiche wurde damals entlang der Issumer Fleuth gezogen. Auf beiden Uferseiten wurde die Burg gebaut, die 1391 erstmals als "Huys zu Langendunck" erwähnt wird. Die heute nicht mehr vorhandene Vorburg war Teil des Herzogtums Geldern, die Hauptburg, zu der die heutige Turmruine gehört, stand auf kurkölnischem Gebiet. Dazwischen lief als Grenze die Issumer Fleuth, die zugleich den – nicht mehr erkennbaren – Wassergraben der Hauptburg speiste. Entscheidend war die Lage der Hauptburg. So waren die Herren von Wyenhorst über viele Generationen Vasallen des kölner Erzbischofes und Haus Langendonk und damit kein Teil des Herzogtums Geldern.

Bis zum Jahr 1663 kann angenommen werden, dass Burg Langendonk noch bewohnt war. Bis dahin hatte sie den Besitzer gewechselt: Die Herren von Wachtendonk waren nun mit Langendonk belehnt, waren also nun der Treue zum Erzbischof von Köln verpflichtet.

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Mit dem 17. Jahrhundert verliert sich die Geschichte des Hauses Langendonk im Dunkeln. 1790 taucht der Grundriss der Burg noch in einer Katasterkarte auf. Wann genau aber die Burg dem Verfall preisgegeben wird, ist unklar, setzt sich aber bis in die jüngere Geschichte fort. Noch in der Zeit zwischen den Weltkriegen trägt die Turmruine einen Helm aus Ziegeln, der vermutlich in der Zeit nach 1946 abgetragen wird, denn Baumaterial ist knapp. Eine Vermutung, die auch der Issumer Johannes van Leuck teilt. Der Hobby-Historiker hat sich mit der Geschichte der Ruine befasst und weiß daher auch, dass die Issumer Fleuth in den 1930er Jahren begradigt wurde und nun – nördlich der Ruine – wieder eine Grenze bildet, nämlich die von Issum und Geldern. Warum die Ruine im Volksmund auch "Mäuseturm" genannt wird, weiß van Leuck nicht.

Sicher kann aber der letzte Bewohner benannt werden. Van Leuck: "Es war der in Aengenesch tätige Anton Mömken, der sich während des Kulturkampfes im 19. Jahrhundert ein Versteck im Turm eingerichtet hat." Denn Mömken feierte die Gottesdienste ohne weltliche Genehmigung, aber mit dem Willen der Aengenescher, die sein Versteck aber nicht all zu lange geheim halten konnten.

(buer)
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