Amphetamin-Küche in Wachtendonk Prozess nach Brand auf Drogen-Hof

WACHTENDONK · Ein 52-Jähriger muss sich derzeit vor dem Landgericht verantworten. Er soll an einer Drogenküche beteiligt sein, die nach einem Brand aufgeflogen war.

 Durch den Brand in der Wachtendonker Scheune war die Polizei auf die Drogenküche aufmerksam geworden.

Durch den Brand in der Wachtendonker Scheune war die Polizei auf die Drogenküche aufmerksam geworden.

Foto: Zehrfeld, Sina (szf)

Als im März vergangenen Jahres   ein Bauernhof in Wachtendonk ausbrannte, gab es schnell wildeste Spekulationen. Denn die Polizei hatte nach dem Feuer am 28. März Überreste von großen Mengen Chemikalien in dem ausgebrannten Gebäude an der Straße Schlick gefunden. Zahlreiche 1000-Liter-Kanister mit unbekannten Flüssigkeiten waren verschmort. Nachbarn machten sich Sorgen wegen einer möglichen Verunreinigung des Grundwassers. Die Gemeinde lieferte später sogar einen großen Tank mit Wasser.

Und schnell stellte sich heraus, dass an den Spekulationen etwas dran war.  Denn bei ihren Ermittlungen stellte die Polizei fest, dass in dem Anwesen wohl eine Drogenküche betrieben wurde. Seit Donnerstag muss sich deswegen ein 52-Jähriger aus Wachtendonk vor dem Landgericht Kleve verantworten.

Die Anklage wirft ihm vor, dass er  den einsam gelegenen Bauernhof seiner Frau für eine Amphetaminküche zur Verfügung gestellt haben soll. Dort sollen mindestens 400 Liter Amphetaminbase hergestellt worden sein. Das sind die Grundstoffe für die Droge.

Der Angeklagte soll auch für den Ab- und Antransport beziehungsweise die Entsorgung der für die Produktion benötigten Grund- und Abfallstoffe verantwortlich gewesen sein, so der Vorwurf. Praktisch: Der Mann betreibt selbst ein Entsorgungsunternehmen.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist der Wachtendonker Teil einer Bande. Gegen vier weitere mutmaßliche Mittäter laufen Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein Verfahren ist eingeleitet, die Ermittlungen dauern an. Wann gegen die vier Personen Anklage erhoben werde, sei noch offen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Während der jetzt Angeklagte für den Transport verantwortlich gewesen sein soll, sollen die übrigen Mitglieder der Bande für die Produktion der Drogen zuständig gewesen sein. Das Verfahren gegen das Quartett ist abgetrennt worden.

Jetzt muss sich erst einmal der 52-Jährige aus Wachtendonk vor Gericht verantworten. Am ersten Prozesstag sollten zahlreiche Zeugen gehört werden. Der Prozess wird sich voraussichtlich über mehrere Verhandlungstage hinziehen. Nächster Termin ist der 22. Mai, auch für den 5. Juni ist ein Fortsetzungstermin beim Landgericht angesetzt.

Durch den Brand in der Wachtendonker Scheune war die Polizei im Zuge ihrer Ermittlungen auf eine andere Drogenküche aufmerksam geworden. Auch diese befand sich in Wachtendonk. Das Verfahren gegen diese Täter ist abgeschlossen. Sie wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.