Projekt für mehr Artenvielfalt in der Landwirtschaft

Laufzeit über drei Jahre: Projekt für mehr Artenvielfalt in der Landwirtschaft

Schleiereulen mögen die alten niederrheinische Gehöfte. Der Steinkauz schätzt Streuobstwiesen, und Kiebitze nisten in Kolonien gerne in Maisfeldern. Die Botschaft von Georg Verbücheln vom nordrhein-westfälischen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) lautete am Montag: Die Landwirtschaft bietet Lebensräume für viele Arten.

Aber: Es müsse mehr davon geben. Mehr Wegränder, in denen es blüht und krabbelt, mehr Brachflächen, mehr Aufmerksamkeit für das Thema.

Am Montag war die Auftaktveranstaltung zum neuen Leader-Projekt „Steigerung der Biodiversitätsmaßnahmen am Niederrhein“. Es soll gemeinsam mit den Landwirten für mehr Artenvielfalt rund um Felder und Wiesen sorgen. Der Agrarwissenschaftler Peter Gräßler ist als „Biodiversitätsberater“ gestartet und stellte den Vertretern aus Politik, Umweltschutz, Jägerschaft und vor allem Landwirtschaft vor.

Gräßlers Aufgabe ist es, in den vier Kommunen Kevelaer, Geldern, Straelen und Nettetal Landwirte zu beraten. Er besucht die Höfe, besichtigt Flächen und Anlagen und erklärt den Betreibern dann, welche mit Geld geförderten oder – falls gewünscht – auch freiwilligen Maßnahmen es gibt, die zu ihren Betrieben wirklich passen. Jeder Landwirt bekomme am Ende zielgerichtete Informationen, versprach Gräßler: „Nicht das ganze Paket, was er noch alles machen kann, sondern nur das, was wirklich für ihn ausschlaggebend ist.“ Auch später hilft er bei Anträgen, klärt Fragen, bietet Unterstützung an.

  • Naturschutz in Nettetal : Mehr Artenvielfalt in der Landwirtschaft

Ein Ansatz, der auf Beifall stieß. Denn einerseits gebe es wohl auf jedem Hof Ecken und Flächen, die sich für den Naturschutz nutzen ließen, sagte Bärbel Buschhaus, Kreislandwirtin für Kleve. Auch Möglichkeiten, Fördermittel dafür zu erhalten. Doch wie das praktikabel machbar sei, das sei oft unklar. „Es gibt zig Projekte, die sicherlich im Einzelnen auch gut sind, aber keiner blickt mehr richtig durch“, schilderte sie. Und nicht selten passten die Konzepte gar nicht in die Arbeitsbedingungen der einzelnen Höfe. Das „Biodiversitäts“-Projekt sei gut, weil es für die Bauern eine wirkliche Hilfe sein könnte.

Kreislandwirt Paul-ChristianKüskens aus Viersen hofft, dass die Arbeit an der natürlichen Artenvielfalt irgendwann wirklich lohnt. „Irgendwo zwischen Weizen und Kartoffeln würde ich gerne die Wertschöpfung aus Biodiversität für den Landwirtschaftlichen Betrieb haben“, sagte er. Denn der Naturschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Peter Gräßlers Stelle im neuen Leader-Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Angesiedelt ist sie in Straelen im Versuchszentrum Gartenbau der Landwirtschaftskammer.

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