1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Abfallentsorgung in Issum: Politik will keine Mülltonnen-Chips

Abfallentsorgung in Issum : Politik will keine Mülltonnen-Chips

Der Issumer Verwaltung würden sie die Arbeit erleichtern, Transponder, mit denen jeder Abfallbehälter genau registriert werden könnte. Mit deren Hilfe könnte auch gegen den Schwarzbestand angegangen werden.

Die Antwort ist ein klares „Nein“. „Wir sind dagegen, einfach dagegen“, sagte Tammo Eilers von der CDU Issum. Manfred Hainke von der SPD-Fraktion sprach sogar von „totalem Mumpitz“. Gemeint ist der Vorschlag der Issumer Verwaltung, Transponder an die Mülltonnen anbringen zu lassen. Mit Hilfe der Chips ist jeder Abfallbehälter registriert. Das würde die tägliche Arbeit der Verwaltung sehr erleichtern, warb Alexander Alberts von der Gemeinde für das neue System.

Wenn ein Bürger anrufe, um sich zu beschweren, dass seine Tonne nicht geleert wurde, reiche ein Klick, um das zu kontrollieren. Außerdem solle das Bestücken mit Transpondern helfen, dem Schwarzbestand den Garaus zu machen. Schwarzbestand, dass sind Mülltonnen, die nicht registriert sind, die zum Beispiel bei Umzügen einfach mitgenommen wurden. „Beim Schwarzbestand wird die Allgemeinheit übers Ohr gehauen“, sagt Alberts. Weil die Allgemeinheit die Kosten mittrage. Erfahrungsgemäß liege die Rate beim Schwarzbestand bei drei Prozent. Bei 11.748 Abfallbehältern, die in der Gemeinde Issum im Umlauf sind, wären das 352 „illegale“ Tonnen.

  • Viel zu schnell waren zwei Autos
    Geldern : Hinweise auf illegales Autorennen in Geldern
  • Die nächste Impfkampagne im Kreis Kleve
    Aktuelle Zahlen zur Pandemie : So verbreitet sich das Coronavirus im Kreis Kleve
  • 51 Treffer konnten die Sportfreunde –
    Fußball : Sportfreunde Broekhuysen setzen sich nicht unter Druck

Das überzeugte die Politiker im Ausschuss aber nicht. „Wir sehen, dass es für die Verwaltung einfacher ist. Die Gefahr ist aber, dass der Bürger sich kontrolliert fühlt“, sagte Brigitte Viefers von der FDP. Von Seiten der CDU regte sich auch Widerstand, weil man die Sorge hat, dass mit der Einführung des Transponders auch die Verwiegung kommen könne. Die Verwaltung verneinte das vehement. Als zusätzliches Argument pro Mülltonnen-Chip brachte Alberts von der Verwaltung noch an, dass man zusammen mit den Nachbarkommunen das neue System ausschreiben wolle.

Die Gemeinde Kerken zum Beispiel steht dem positiv gegenüber. „Wir sehen deutlich mehr Vorteile als Nachteile für den Bürger“, sagt Bürgermeister Dirk Möcking. Er spricht von Gebührengerechtigkeit, die das neue System bringe. Von Seiten der Stadt Straelen habe man die Bereitschaft erklärt, dass man die Transponder wolle, sagt Kämmerer Bernd Kuse. In Wachtendonk ist laut Fachbereichsleiter Franz-Josef Delbeck noch keine Entscheidung gefallen. Die Gemeinde Rheurdt zieht das neue System nicht in Erwägung. „Ich sehe den Aufwand nicht gerechtfertigt“, sagt Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen.