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Issum: Plattdeutsch macht Spaß bei der Winterkirmes in Sevelen

Issum : Plattdeutsch macht Spaß bei der Winterkirmes in Sevelen

Die Sevelener Winterkirmes wurde traditionell eingeleitet, und zwar mit einem bunten Abend komplett auf Plattdeutsch. Präsentiert wurde dieser von der St.- Antonius-Bruderschaft. Im Bürgerhaus versammelten sich Sevelener jeder Altersgruppe, um Sketche, Gedichte und sogar ein kleines Theaterstück zu bestaunen.

Auch die jüngere Generation in Sevelen steckte viel Engagement in den Abend. So dichteten vier junge Mädchen den Hit "Achterbahn" von Helene Fischer passend zu Sevelen und auf Platt um. Theo Deckers nahm zusammen mit seinen drei Enkeln die Städte- und Ortsnamen der Umgebung auf die Schüppe, und die Jungfahnenschwenker interpretierten die TV-Sendung "Bares für Rares" komplett neu. "Ich finde es toll, dass die jungen Leute Platt noch so gut sprechen", lobte Margret Ophardt. "Dass sie diese Tradition beherrschen und Spaß daran haben ist super."

Ein Bilderrätsel zeigte Kunstwerke des Dorfes. "Das Bilderrätsel ist am besten, weil man da seine Heimat richtig kennenlernt", fand Karl-Erich Lackmann. Auch einige Gedichte standen auf dem Plan sowie eine Tanzgruppe, die aus den Blues Brothers die "Blues Soesters" zauberte. "Dä Stammdösch de Gescheide" redete und amüsierte sich über alles, was sich im vergangenen Jahr in Sevelen getan hatte. Den Höhepunkt bildete das Theaterstück "Et düet sech wat in't Sievele". Hier wurde den Zuschauern ein amüsantes Stück über Liebe, den Konflikt zwischen dem Traditionellen und dem Neuen sowie den Generationen gezeigt.

Den Sevelenern ist es wichtig, dass die Tradition bestehen bleibt. "Seit über 30 Jahren versuchen wir durch diese Veranstaltung, die plattdeutsche Mundart aufrecht zu erhalten", erklärte Moderator Jüppi Paulus. "Es wird immer schwerer, da man sie im normalen Alltag nicht mehr spricht. Aber vielleicht können wir so einen Anstoß geben, das wieder ein wenig zu beleben. Es sind immer wieder Leute da, die sich dafür engagieren." Das unterstützen auch die Besucher: "Platt ist toll. Wir können das auch noch verstehen, nur leider nicht sprechen. Aber so wird die Sprache gepflegt", erzählte Anni Rattmann.

Dank der Veranstaltung wird das Sevelener Platt wohl in naher Zukunft nicht verschwinden. Auch wenn nicht jedes Wort verstanden wird, so hat man einen lustigen Abend mit zahlreichen Anekdoten aus Sevelen, die Lust auf mehr machen.

(dago)