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Issum: Pläne für Schanzstraße geraten ins Stocken

Issum : Pläne für Schanzstraße geraten ins Stocken

Nachdem zwei Investoren für einen Vollsortimenter im Sevelener Ortskern gefunden wurden, fehlt nun der Betreiber. Ab September wird daher nur noch in Richtung einer Wohnbebauung geplant.

Es war alles so schön geplant. Beide Ortskerne in Issum und Sevelen sollten mit Hilfe eines Vollsortimenters als Magnet attraktiv gestaltet werden. Ziel: Junge Familien anlocken, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Doch nachdem bereits die Pläne für den Issumer Ortskern stagnieren, weil kein geeignetes Grundstück zu erwerben ist (die RP berichtete mehrfach), geraten nun auch die Vorhaben in Sevelen erheblich ins Stocken. Denn nachdem eine Kommission lange Zeit geheim im Stillen Kämmerlein getagt hatte, stellte sich nun - während der jüngsten Ratssitzung (nichtöffentlicher Teil) - heraus, dass trotz zweier möglicher Investoren ein Betreiber des Vollsortimenters fehlt.

Issums Bürgermeister Gerhard Kawaters berichtete aus dieser Sitzung, welche Investitionen der Rat dennoch tätig, welche Schlussfolgerungen aus den aktuellen Gegebenheiten gezogen werden und wie es in Zukunft weitergehen soll.

Die bauliche Entwicklung verschiedener Flächen im Bereich der Schanzstraße sei nicht möglich gewesen, da auf der benachbarten Hofanlage Terhoeven ein Schweinemastbetrieb für Geruchsemissionen sorgt. "Der Gemeinde Issum ist es gelungen", berichtet der Bürgermeister, "mit dem Landwirt einen Vertrag abzuschließen. Er ist zum 30. September wirksam, danach wird die Schweineproduktion gegen eine Ausgleichszahlung an den Landwirt auslaufen. Den Vertrag mit der Zahlung hat der Rat beschlossen."

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Die größte Entwicklungsmöglichkeit ergebe sich, so der Bürgermeister, auf der Fläche des ehemaligen Woltershofs. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft sei es der Gemeinde gelungen, einen Vertrag zum Kauf des Hofes abzuschließen. Die Gemeinde kann das Grundstück zum 30. September bekommen. Der Rat hat in der genannten Sitzung ebenfalls entschieden, den Kaufvertrag zu vollziehen und damit den Woltershof zu erwerben.

Für die Entwicklung des Hofes war ein Investorenauswahlverfahren ausgeschrieben worden mit dem Ziel, einen SB-Markt mit Einzelhandel, Dienstleistungen und Wohnen an die Schanzstraße zu bekommen. Die Lösung, mit dem Woltershofs bereits einen Endinvestor für die Folgeentwicklung gefunden zu haben, konnte bisher jedoch noch nicht erreicht werden.

Die Grundstücksausschreibung mit Investorenauswahlverfahren wurde im Mai 2013 bundesweit veröffentlicht. Aus den eingegangenen Bewerbungen hat eine vom Rat bestimmte, interfraktionell besetzte Kommission fünf Investoren ausgewählt und zur Abgabe eines Konzepts und Kaufangebots aufgefordert. In seiner Sitzung am 5. November 2013 hat die Kommission die Entwürfe und Angebote geprüft, bewertet und verglichen. Die von den beiden Investoren Procom Invest GmbH & Co.KG Hamburg und Zakowski Generalplanung Arnsberg vorgelegten Angebote und Konzepte entsprachen allen Anforderungen. Beiden Investoren lag außerdem eine schriftliche Absichtserklärung von einem überregionalen SB-Markt-Betreiber vor. Die Kommission beschloss einstimmig, mit beiden Investoren das Verhandlungsverfahren durchzuführen.

In den Verhandlungen konnten eine Entwurfs- und Nutzungsoptimierung vereinbart werden, die Eckpunkte des Kaufvertrags und deren Umsetzung wurden vereinbart. Parallel verhandelten die Investoren mit dem Einzelhandelsbetreiber die betriebswirtschaftlichen Bedingungen und Mietkonditionen. Dabei kam es zu Verzögerungen und überraschend zu einer grundsätzlichen unternehmenspolitischen Entscheidung des Betreibers, keine Expansion in Sevelen vorzunehmen. Es wird jedoch weiterhin nach einem Betreiber gesucht.

Vor diesdem Hintergrund d hat der Rat entschieden, das förmliche Auswahlverfahren aufzuheben und gleichzeitig die angestrebten Zielsetzungen in einem "offenen" Verfahren weiter zu verfolgen.

Sollte jedoch bis Ende September das Ziel mit Einzelhandel nicht realisiert werden können, strebt die Gemeinde Issum eine Vermarktung des Woltershofs für Wohnnutzungen, ergänzt durch Dienstleistungen (zum Beispiel Ärzte) und gegebenenfalls kleinerem Einzelhandel an. Das geplante Verkehrskonzept, insbesondere die Einbahnstraßenregelung auf der Dorfstraße, muss im weiteren Entwicklungsprozess den Gegebenheiten angepasst werden.

(RP)