Pflegeserie - die Endoskopie im St.-Clemens-Hospital Geldern

Pflegeserie von Rheinischer Post und St.-Clemens-Hospital : Ein Einblick, der Leben retten kann

Wenn für eine sichere Diagnose der Blick ins Organ erforderlich ist, kommt die Endoskopie zum Einsatz.

Wenn Anne Josephs sagt, dass sie dabei hilft, Leben zu retten, sagt sie es bescheiden. Dabei gehören das Erkennen und das Vorbeugen von Krankheiten zu ihrem Job. Seit 2003 arbeitet Anne Josephs im Pflegedienst des St.-Clemens-Hospitals in Geldern, seit acht Jahren in der Endoskopie. Hier werden alle Untersuchungen durchgeführt, bei denen Organe über natürliche Körperöffnungen betrachtet werden können, etwa bei der Magen- oder Darmspiegelung.

Das Endoskop kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine sichere Diagnose durch einen Blick ins Organ erforderlich ist. Zum Beispiel zum Erkennen und Behandeln von inneren Verletzungen, Geschwüren oder Tumoren. „Dadurch schaffen wir es in einigen Fällen, Erkrankungen schon frühzeitig aufzuhalten“, sagt Josephs im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dass einige Leute ihre Arbeit befremdlich finden, kann sie nicht verstehen. „Was wir machen, ist nicht unangenehm, sondern oft sogar sehr spannend“, sagt Anne Josephs. „Es sind ganz normale Untersuchungen.“ Die Angst und Scham der Patienten – auch vor den Ergebnissen – kann die 35-Jährige wiederum nachvollziehen. „Darum führen wir beruhigende Gespräche und versuchen, dass sich die Patienten möglichst wohl fühlen.“ Dass Türen und Fenster bei den Untersuchungen geschlossen bleiben, dass der Patient immer zugedeckt ist, sei darum selbstverständlich.

Anne Josephs assistiert unter anderem bei Untersuchungen zur Krebsvorsorge, bei der Diagnostik des Reflux oder einer chronischen Darmerkrankung. Wenn ein Patient beispielsweise unter starkem Sodbrennen leidet, kommt er ins Krankenhaus, wird vom Arzt aufgeklärt, eine zeitnahe Untersuchung eingeplant. „Danach fängt unser Job an“, sagt Anne Josephs. Im Notfall auch nachts oder am Wochenende.

Zwei Pflegekräfte und ein Arzt führen die Untersuchung durch. Die eine Pflegekraft instrumentiert, also assistiert dem Arzt, die andere überwacht den sedierten Patienten. Über Mund, Nase oder After wird dabei das Endoskop – ein flexibler Gummischlauch mit Kamera – eingeführt.

Je nach Untersuchung werden dann auch Polypen aus dem Darm entfernt, Blutungen verödet, Hämorrhoiden unterbunden, Steine aus dem Gallengang entfernt oder Engstellen geweitet.

Danach müssen Anne Josephs und ihre Kollegen besonders sorgfältig sein, nämlich bei der Aufbereitung der Endoskope. Die werden zunächst manuell und anschließend in einer Spezialmaschine gereinigt, gespült, auf Dichtigkeit geprüft, desinfiziert und getrocknet.

2003 hatte Anne Josephs ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Gelderner St.-Clemens-Hospital begonnen, dann lange auf der Inneren Station gearbeitet, bevor sie sich auf die Endoskopie spezialisierte. Im Mai hat sie ihre zweijährige Fachweiterbildung abgeschlossen.

„Der Umgang mit den Menschen gefällt mir“, sagt die Pflegerin. „Aber auch das Technische, die Arbeit mit den Geräten und die Fingerfertigkeit, die man braucht.“ Und natürlich, dass sie helfen kann, Leben zu retten.

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