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Geldern: Perry Rhodan reist von Geldern nach Bonn

Geldern : Perry Rhodan reist von Geldern nach Bonn

Der Gelderner Peter Scharle (55) sammelt seit 40 Jahren alles rund um die Science-Fiction-Figur. Einige Stücke seiner Sammlung sind ab morgen in einer Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte zu sehen.

Der Weltraum ist bekanntlich unendlich. Unendlich ist auch die Leidenschaft von Peter Scharle für sein Hobby. Der 55-Jährige ist begeisterter Leser der bekannten Perry Rhodan-Hefte, die seit rund 51 Jahren erscheinen und eine große Anhängerschaft begeistert. Scharle sammelte über die Jahre hinweg alle bisher erschienenen Hefte der Weltraum-Saga und hat einige seiner liebsten Stücke dem Bonner Haus der Geschichte für die am Freitag beginnende Ausstellung "Science-Fiction in Deutschland" übergeben.

Seine Sammlerleidenschaft begann eher zufällig. Vor 40 Jahren kaufte sich Scharle sein erstes Heft am Kiosk. "Damals fand ich die Handlung der Hefte faszinierend. Heutzutage steht das Lesen der neuen Hefte aber eher an zweiter Stelle. Nach all den Jahren gefällt mir eher der Kontakt zu anderen Rhodan-Fans", sagt Scharle. Seit 1980 fährt der Gelderner regelmäßig zu den sogenannten "Cons", einer Art Fantreffen. Dort diskutieren die Fans über ihr liebstes Hobby. "Auch die Autoren der Geschichten sind dabei. Außerdem kann man auf den Cons Sammlerstücke zeigen und auch tauschen. Mittlerweile habe ich über mein Hobby Freunde von Berlin bis Wien gewonnen", erzählt Scharle.

Besonders stolz ist er auf seine gesammelten Zeichnungen der Heftillustratoren. Viele Künstler widmeten dem Gelderner eine bekannte Illustration. Auch der in Wachtendonk geborene Autor Gisbert Haefs, vor allem für seine erfolgreichen historischen Romane bekannt, schrieb vor einigen Jahren eine Perry Rhodan Geschichte. In Scharles' Autogramm-Ordner befindet sich auch eine Widmung von Haefs.

Neben den mittlerweile 2666 erschienenen Heften sammelt der Gelderner auch andere Fanartikel, wie Kartenspiele, Zeichnungen, Sticker oder Figuren — oft über Kontakte, auf Trödelmärkten oder übers Internet. Die wertvollste Figur hat einen Sammlerwert von derzeit 850 Euro und befindet sich nun im Bonner Haus der Geschichte.

Auch die allererste Ausgabe der beliebten Heftserie wird ab Freitag zu bestaunen sein. "Das Museum hat mich angesprochen, ob ich meine Sammlerstücke für die Ausstellung zur Verfügung stellen wolle. Nachdem ich zugesagt hatte, kam ein Speditionsunternehmen und hat 35 Exponate im Gesamtwert von 4000 Euro abgeholt", erklärt der 55-Jährige. Angst, dass etwas beschädigt werden könnte, hat er aber nicht. "Normalerweise geben echte Sammler nur ungern Sammlerstücke ab. Aber das darf man nicht so eng sehen", findet Peter Scharle, der schon zweimal in Sinzig bei einer kleineren Schau Stücke aus seiner Sammlung ausstellen durfte.

Bereits morgen wird der 55-Jährige aus Geldern nach Bonn reisen und als einer der ersten die neue Ausstellung, die bis zum 10. März 2013 zu sehen ist, besichtigen. "Das wird auch für mich eine Überraschung werden. Ich weiß nicht, wie meine Exponate ausgestellt sind. Ich freue mich aber vor allem darauf, andere Fans und Bekannte zu treffen", verrät er.

(cad)