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Geldern: Pavillon: Stadt sucht Lösung

Geldern : Pavillon: Stadt sucht Lösung

Jugendliche wehren sich gegen die Vorwürfe, dass es am Marktpavillon zu laut sei und dort mit Drogen gehandelt werde. Sie haben sich auf eigene Initiative hin mit Bürgermeister UIrich Janssen getroffen.

Für "seine Clique" würde Malik Kamran die Hände ins Feuer legen. Der 22-Jährige sitzt im Dienstzimmer von Bürgermeister Ulrich Janssen, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, die rund um den Marktpavillon kursieren (die RP berichtete).

"Ja", sagt er, "ab und zu wird es da bei den Feiern etwas lauter, gerade am Wochenende. Aber ganz sicher werden bei uns keine Drogen gedealt! Das stimmt nicht, und das würden wir auch nicht zulassen!" Janssen nickt zustimmend: "Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass es dort Drogenhandel gibt", unterstreicht der Bürgermeister.

Kontakt per Internet

Das betonen auch einige Kommentatoren bei RP Online, die sich unter dem Artikel über die Situation am Marktpavillon äußern. Das Internet hatten auch einige Jugendliche genutzt, um mit dem Bürgermeister in Kontakt zu treten.

Er werde zwar immer wieder angesprochen, erzählt Janssen, aber dass sich die Jugendlichen über die Internetplattform "Facebook" an ihn gewendet hätten, das sei eine Premiere gewesen. Malik Kamran hatte ihn angemailt, nachdem sich viele Jugendliche über die Vorwürfe geärgert hatten. "Ich regel das", hatte er seinen Freunden versprochen. Kurz nach der Kontaktaufnahme traf sich Janssen mit den Jugendlichen am Pavillon, anschließend ging es zum "Checkpoint" weiter. Die Gesprächsführung sei "sehr diszipliniert" gewesen, stellt Janssen fest, obwohl die Gruppe groß gewesen sei, habe jeder die Chance gehabt, etwas zu sagen.

Erste Konsequenz: Die Jugendlichen wollen künftig selbst für mehr Ruhe sorgen, außerdem achten sie darauf, dass kein Müll nach den abendlichen Treffen liegenbleibt. "Und wenn die Leute sich von etwas gestört fühlen, dann sollen sie uns einfach direkt ansprechen", wirbt Malik Kamran um mehr Offenheit.

Im Gespräch mit dem Bürgermeister, aber auch bei RP Online kritisieren die Jugendlichen, dass es zu wenige Möglichkeiten gebe, sich mit einer Gruppe zu treffen. Malik Kamran beschwert sich, dass es keinen geeigneten Raum gebe, in dem die bis zu 50 Jugendlichen zusammenkommen können.

"Das war schon zu meiner Jugend so", erinnert sich Janssen. Der "Checkpoint" sei zwar grundsätzlich die richtige Anlaufstelle, schließe aber um 20 Uhr. Dann aber treffen sich die Jugendlichen oft erst, um irgendwann später dann weiterzuziehen, etwa zur E-dry. "Das ist schwierig, da eine Lösung zu finden." Versuchen will es die Stadt trotzdem. Janssen hat versprochen, nach geeigneten Räumlichkeiten zu suchen.

(RP)