Patrick Richter ist neuer Leiter der Sekundarschule in Straelen

Patrick Richter : Sekundarschule Straelen hat neuen Chef

Patrick Richter ist der Nachfolger von Michael Schwär. Als Schulleiter hat er vor allem mit Verwaltungs- und Organisationsarbeit zu tun. Die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Gymnasium will er intensivieren.

In den ersten sechs Wochen habe er oft Zwölf- bis 13-Stunden-Tage gehabt. Jetzt, hofft Patrick Richter, werde sich alles einpendeln und insgesamt ruhiger. Wobei er zum Unterrichten von Gesellschaftslehre kaum kommen wird, zumal Konrektorin Katja Pannen nach Neukirchen-Vluyn versetzt wurde. So bleibt noch mehr Verwaltungs- und Organisationsarbeit bei Richter hängen, dem neuen Leiter der Sekundarschule Straelen.

Am 28. August war sein erster Dienst-Tag im Schulgebäude an der Fontanestraße. „Ich habe es gut vorgefunden“, zieht er die Bilanz seiner Startphase. Das Kollegium sei okay, die Räume seien modern ausgestattet und es gebe jederzeit Unterstützung durch die Stadt. Bürgermeister Hans-Josef Linßen gibt das Lob prompt zurück: „Wir sind froh, dass die Stelle so schnell und so gut wieder besetzt wurde“, sagt er über den Nachfolger von Michael Schwär.

So eine Schule wie in Straelen schwebte Richter schon lange vor. Damals, nachdem er in Marburg drei Semester Jura studiert hatte. „Ich wollte aber immer Lehrer auf dem Land werden“, berichtet er. An einer Schule mit kurzen Kontakten zu den Eltern und der Stadt als Schulträger. So wechselte er mit dem Studienort, er ging nach Münster, auch das Studienfach, absolvierte das Referendariat in Kleve. Nach dem Referendariat schob er jedoch erst mal acht Jahre als Freiberufler ein, leitete Sprachintegrationskurse für Aussiedler und Asylbewerber in Geldern. Ab Mitte der 90er Jahre unternahm er Office- und Betriebssystemschulungen, Behörden und Versicherungen zählten zu seinen Kunden.

Als Seiteneinsteiger kam Richter 2002 an die Johannes-Hauptschule in Anrath, verantwortete zwei Jahre eine Lehrerfortbildung im EDV-Sektor, wechselte 2006 in die erweiterte Schulleitung der Hauptschule in Tönisvorst. In dieser Stadt gründet er als Mitglied der Leitung die Sekundarschule mit, die 2017 in eine Gesamtschule umgewandelt wurde.

„Ich wollte mich weiterentwickeln“, begründet er die Tatsache, dass er bei der Bezirksregierung Düsseldorf Interesse an einer neuen Aufgabe bekundete und auf die Anfrage aus Straelen direkt „Ja“ sagte. Die Blumenstadt war dem gebürtigen Uerdinger längst ein Begriff. Mit seinen Kindern, der heute 14-jährigen Tochter und dem heute zwölfjährigen Sohn, war er mehrmals im Schwimmbad „Wasserstraelen“. Ein früherer Kommilitone gehörte mal zur Bofrost-Geschäftsleitung.

619 Schüler und 77 Lehrer gibt es an der Sekundarschule Straelen. Eine gutes Verhältnis, findet Richter, wodurch der Unterricht relativ sichergestellt sei. Die Aufgabe der Sekundarschule sieht der neue Leiter, der neben Gesellschaftslehre (Geschichte, Erdkunde, Politik) auch Mathematik und Informatik geben könnte, zweigleisig. Zum einen geht es darum, Facharbeiter für Handwerk und Industrie heranzubilden. Man brauche mehr Vorleistung durch praxisnahe Ausbildung, um die Zukunft des in aller Welt geschätzten und bekannten deutschen Handwerks zu sichern. „In unsere Werkstatt passt ein kleiner Schreinereibetrieb“, sagt Richter über die Ausstattung der Schule.

Der zweite Punkt ist das lange Lernen bis zum Abitur. Hier spricht er die Kooperation mit dem benachbarten Gymnasium an. Mit dessen Leiterin Heike Hoßbach hatte er schon mehrmals Kontakt. Sie tue alles für ihre Schule, „auch ich will alles Erreichbare erreichen“. Im vergangenen Schuljahr bekamen 39 Prozent der Zehntklässler eine Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe, 24 Prozent erreichten den mittleren Schulabschluss. Richter: „Das ist eine sehr große Erfolgsstory.“ Die Entscheidung über den weiteren Schulweg sei aber letztlich Sache der Eltern und Schüler. „Wir können nur Wege weisen und Hilfestellung leisten.“

Auf jeden Fall, so Richter, würden Wege gefunden, um das Ganze zu optimieren. Ein weiterer Schritt zum Betonen der Partnerschaft ist der gemeinsame Info-Abend beider Schulen. Er beginnt am Donnerstag, 7. November, um 19 Uhr im Forum. Und auch ihren Tag der offenen Tür veranstalten beide Schulen parallel, und zwar am Samstag, 23. November, von 10 bis 13 Uhr. Den Schwerpunkt ihres Programms will die Sekundarschule dann auf Naturwissenschaften, Technik und Musik, unter anderem mit der eigenen Band, legen. Und als besonderen Service kündigte Richter unter anderem die Betreuung jüngerer Geschwister an.

Mehr von RP ONLINE