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Patricia Velling ist Heideprinzessin in Lüllingen.

Lüllingens Heideprinzessin : Mit dem Gartenbau groß geworden

Die 19-jährige Patricia Velling ist als Heideprinzessin die Repräsentantin Lüllingens.

Kaum einhundert Meter trennen das Elternhaus von Patricia Velling zu Kleinkevelaer. „Die Brücke ist die Grenze, aber mein Elternhaus steht noch an der Twistedener Straße in Lüllingen“, erklärt die 19-Jährige den feinen geografischen Unterschied. Das Hinweisschild „Gartenbau Janssen-Velling“ verweist klar auf die gärtnerische Adresse mit Anbau und Verkauf von Heidepflanzen, umgangssprachlich gern „Erika“ genannt.

Patricia Velling wuchs so zusagen mittendrin auf, kennt das Arbeiten in der Gärtnerei schon von Oma und Opa. Sie hat ihren Freundeskreis in der Nachbarschaft, war als Messdienerin aktiv und trainiert im Team der Schießgruppe der St.-Rochus-Bruderschaft. So fiel ihr die Zusage überhaupt nicht schwer, ihren Heimatort Lüllingen künftig als Heideprinzessin zu repräsentieren. Während des Plattdeutschen Nachmittags wurde sie vom örtlichen Heimatverein als neue Heideprinzessin vorgestellt.

Die Tradition der plattdeutschen Sprache beherrsche sie zwar nicht, dafür kenne sie die Belange des Gartenbaus durch das Elternhaus von der Pike auf. „Von klein an hat sie mitgeholfen: beim Stecken, Pikieren und Topfen“, bestätigt Mutter Monika Velling. Die Eltern sind stolz auf ihre Tochter, die künftig Lüllingen und Besonderheiten der „Erika“ hervorheben möchte. „Die Heide hat längst das Image abgelegt, allein für die Bepflanzung auf dem Friedhof geeignet zu sein“, legt die neue Heideprinzessin gleich los. „Die Topfpflanze ist in der modernen Floristik kreativ einsetzbar, und man kann damit vielseitig einen Garten gestalten. Ja, sie macht den Garten bunt mit dem Farbspiel in Weiß, Rot, rosa, lila, lachsfarben, gelb, grün oder silbernes Laub mit lila Blüten.“ Das beste Beispiel dafür sei der Heidegarten am Rande der Durchfahrtstraße in Lüllingen.

Die vierte Heideprinzessin übernahm das Ehrenamt von ihrer Vorgängerin Mira Stammen. Es ist ein Amt auf unbefristete Zeit, aber Patricia Velling sieht den Aufgaben gelassen entgegen. Denn so ganz viele Termine hat sich noch nicht in ihrem Kalender eingetragen. Sie freut sich auf den Spargelumzug in Walbeck, und dann sei da ja noch in diesem Jahr die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Nach dem Fachabitur in Geldern startete die Lüllingerin ihre Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Volksbank an der Niers, durchläuft dort verschiedene Abteilungen und hat noch etwas mehr als ein Jahr bis zur Prüfung. Ob sie sich vorstellen könne, im Gartenbau zu arbeiten? „Nicht in der Form wie mein jüngerer Bruder Niklas, der gerade eine Ausbildung als Gärtner macht. Höchstens im kaufmännischen Bereich. Es muss passen“, überlegt sie. Obwohl, wie die Mutter beschreibt, sich die Ansprüche gegenüber sich den Anfängen sehr gewandelt haben, vieles dokumentiert werden muss. „Jede Erika erhält durch den vorgeschriebenen EAN-Code einen individuellen Pflanzenpass“, sagt Monika Velling. Wegen der frühen Blüte beginne bei ihnen die Saison zu Anfang der Sommerferien bis Ende Oktober. Nicht wenige Paletten werden bis Skandinavien transportiert. Die winterharten Callunen werden dort wegen ihrer Robustheit geschätzt. Also wäre der Gedanke gar nicht abwegig, dass eine Knospenblüher mit bis zu vier Farben in einem Topf aus der Lüllinger Gärtnerei Velling im hohen Norden Europas blüht.