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Geldern: Parkgebühr macht Seniorenbeirat Sorgen

Geldern : Parkgebühr macht Seniorenbeirat Sorgen

Der Bau neuer Stellplätze wird begrüßt. Verständnis zeigen Marlies van Treeck und Dieter Schade für die Notwendigkeit, wirtschaftlich zu arbeiten, Aber sie mahnen eine soziale Lösung für Menschen mit geringem Einkommen an.

Ganz pünktlich können die Vertreter des Seniorenbeirates nicht zum Treffpunkt am Krankenhaus kommen. Klar, die Parkplatzsuche kostet Zeit. "Es ist eine Katastrophe", fasst Dieter Schade die derzeitige Lage rund um das St.-Clemens-Hospital zusammen. Deshalb lassen die Mitglieder des Seniorenbeirats auch keine Zweifel daran, dass sie den Bau neuer Stellplätze begrüßen. Und sie zeigen auch Verständnis dafür, dass die Stadtwerke als Betrieb wirtschaftlich arbeiten müssen und dass Parkgebühren eingeführt werden sollen. Doch mahnen sie im Vorfeld an, an eine soziale Lösung für Menschen mit geringem Einkommen zu denken.

Sie schildern die Situation älterer Menschen im Krankenhaus. Ist ein Partner stationär untergebracht, möglicherweise über Wochen zum Beispiel in der Geriatrie, besuche der andere Ehepartner ihn im Regelfall täglich und entlaste damit auch die Pflegekräfte, etwa wenn er sich zu den Essenszeiten um den Partner kümmert. Was, wenn Parkgebühren, vergleichbar mit denen in der Gelderner Innenstadt, schlichtweg für einige zu teuer sind? Dieter Schade: "Für viele ist das natürlich kein wirkliches Problem. Aber ich habe schon erlebt, dass ältere Menschen im Krankenhaus die Flasche Wasser, die bezahlt werden muss, ablehnen, weil ihnen die 50 Cent zu teuer sind." Und andere Fälle werden genannt. "Was ist mit dem Mann aus Issum, der mit dem eigenen Wagen zum Krankenhaus kommt? Was muss er dann während seines Aufenthalts an Gebühren bezahlen?", so Schade.

Marlies van Treeck erinnert daran, dass der soziale Aspekt nicht nur Senioren betreffe. Es könne genauso gut junge Eltern betroffen sein, die zum Kinderarzt wollen oder deren Nachwuchs über längere Zeit in der Kinderklinik liegt. Gern wolle man darüber auch direkt mit dem Kuratorium der Stiftung St.-Clemens-Hospital Geldern und den Stadtwerken sprechen. Dass man sich jetzt kurzfristig öffentlich zu Wort melde, habe damit zu tun, dass man nicht zu spät kommen möchte, falls die Beratungen über die Gebühren schon laufen. Hinterher sage man schnell, hätten sie doch vorher etwas gesagt. Dieter Schade: "Bürgermeister Sven Kaiser haben wir bereits ausführlich über unsere Sorgen informiert und ihn gebeten, das Thema ins Kuratorium zu tragen."

Die Stadtwerke Geldern sollen am Krankenhaus 240 neue Stellplätze und einen Abstellplatz für Fahrräder bauen. Sie übernehmen dann die Bewirtschaftung aller Parkplätze. Die neuen Stellplätze werden rund 1,4 Millionen Euro kosten. Baubeginn ist vermutlich im vierten Quartal. Alles steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsgremien der Stadtwerke. Im Juli wird darüber entschieden.

(RP)