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Orgelherbst in Straelen findet trotz Corona in St. Peter und Paul statt

Konzerte : Frische Orgelklänge für den Herbst

Trotz Corona findet auch in diesem Jahr die Konzertreihe in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Straelen statt. Die beliebten Gespräche im Gemeindehaus im Anschluss an die Darbietungen sind allerdings abgesagt.

(RP) Seit 1998 veranstaltet die Fördergesellschaft für Geistliche Musik den Internationalen Straelener Orgelherbst – in diesem Jahr zum 22. Mal. Zahlreiche Künstler aus aller Welt waren in der Pfarrkirche St. Peter und Paul bereits zu Gast. Auch diesmal konnte der künstlerische Leiter Otto M. Krämer wieder einige Top-Künstler verpflichten. Leider mussten Kalevi Kiviniemi aus Helsinki und David Briggs aus New York coronabedingt absagen. Sie möchten aber nächstes Jahr kommen.

Den Orgelherbst eröffnen wird am Sonntag, 27. September, der gebürtige Luxemburger Christophe Knabe. Der Absolvent der Schola Cantorum in Paris hat sich der Romantik und Sinfonik seiner Heimat Luxemburg verschrieben. Insbesondere die Musik des mystisch-sinfonischen Klangmagiers Dom Paul Benoit hat es ihm angetan.

Markus Eichenlaub, Domorganist der weltweit größten romanischen Kathedrale in Speyer, ist am Mittwoch, 30. September, mit Werken von unter anderem Pierre Cochereau, Percy Whitlock und Charles Marie Widor zu Gast in Straelen.

Seinen Abschluss findet der Orgelherbst bei einem Auftritt des weltberühmten und weitgereisten Konzertorganisten Wolfgang Seifen am Sonntag, 4. Oktober. Geboten wird ein Querschnitt seiner virtuosen Improvisationskünste.

Die Setzer-Anlage und der sichtbare, mobile Spieltisch ermöglichen es allen Künstlern, die vollen Ressourcen und die schier grenzenlosen Möglichkeiten der Klanggestaltung der farbenreichen Orgel auszuschöpfen. Damit habe der Internationale Straelener Orgelherbst eine „völlig singuläre Konzertsituation“ am gesamten Noederrhein, ist der künstlerische Leiter Otto M. Krämer überzeugt.

Das anschließende Zusammentreffen mit den Künstlern im Gemeindehaus müsse in diesem Jahr coronabedingt leider ausfallen. Zudem müssten natürlich entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Dazu zählt unter anderem ein Mund-Nasen-Schutz und ein Abstand von 1,50 Meter.

Weiter berichtet Krämer, dass die Orgelanlage der Pfarrkirche durch ein weiteres Klangwerk hinter dem Hauptaltar erweitert werden soll. „Dieses dann unsichtbare Werk wird die mystischen, lyrischen Stimmen enthalten, die dem herrlichen Raum noch fehlen“, erzählt er. Auch diene dieses Werk der Begleitung der Chorgruppen, die nach dem geplanten Vorziehen des Zelebrationsaltars in Richtung Kirchenschiff (im Rahmen der Innenrestaurierung) dann im Chorraum musizieren werden und damit von der Hauptorgel zu weit weg stehen. Natürlich ergeben sich dadurch auch neue Dialogmöglichkeiten für den Gemeindegesang, da das geplante erk auch vom mobilen Spieltisch aus angesteuert werden kann, sagt Krämer: „Orgel Stereo oder Orgel 2.0.“

Dass die Realisierung ungewöhnlicher Ideen in Straelen möglich ist, wurde bereits mit der Realisierung des mobilen Spieltischs bewiesen. „Das neue Klangwerk eröffnet liturgisch-emotional völlig neue Dimensionen“, ist Krämer überzeugt.

Bei der Gelegenheit erinnert er auch an die Reinigung der Orgel, die 2021 nach 30 Jahren ansteht. „Wir reden hier von einem sehr hohen fünfstelligen Betrag“, so der künstlerische Leiter. Aber nach über 13.500 Gottesdiensten und über 100 Konzertveranstaltungen müsse die „wunderbare Orgel nach intensivster Nutzung dringend gesäubert und überholt werden“. Im Rahmen der Innensanierung sei auch die Sicherung des wertvollen historischen Gehäuses von 1875 unabdingbar, um Schäden durch Baumaßnahmen zu vermeiden.

Als Mitglied der Fördergesellschaft für Geistliche Musik könne man dabei helfen, der Kirchenmusik in Straelen einen angemessenen Raum zu geben und sie für die Zukunft zu stärken, sagt Krämer. Informationen dazu sind beim Vorstand erhältlich.

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.geistliche-straelen-musik.de.