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Geldern: Obi: CDU Veert rebelliert

Geldern : Obi: CDU Veert rebelliert

Protest: In einem internen Schreiben fordern die Veerter Christdemokraten ihre Fraktionskollegen auf, sich gegen einen Obi-Markt an der E-dry auszusprechen. Die Verwaltung will dagegen die Planung vorantreiben.

Dieses Schreiben ist brisant: Der CDU-Ortsverband Veert spricht sich in einem internen Papier an die eigenen Ratskollegen, das der RP vorliegt, gegen die Ansiedlung eines neuen Obi-Marktes auf dem E-dry-Parkplatz aus. Und zwar einstimmig.

Damit dürfte es auf der nächsten Fraktionssitzung am Montag bei den Christdemokraten hoch hergehen. Diese Treffen gehen der Sitzung des Fachausschusses (hier Bau- und Planungsausschuss einen Tag später) turnusgemäß voraus, damit die Fraktion sich zuvor austauschen und eine — zumeist einhellige — Meinung bilden kann.

Das scheint aber dieses Mal fast nicht möglich zu sein. Denn neben den "Veerter Rebellen" gibt es bei der Gelderner CDU auch Bauausschuss-Mitglieder, die durchaus als "verwaltungstreu" gelten dürfen. Und der Beschlussvorschlag der Verwaltung besagt, dass die Realisierung vorangetrieben werden soll.

Wie die übrigen Parteien in dieser entscheidenden Sitzung votieren werden, steht ebenfalls in den Sternen. Gut möglich also, dass die "Veerter Rebellen" eine Vertagung der Entscheidung erwirken können. Wahrscheinlich auch gegen Stimmen der eigenen Fraktion.

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Auf anderthalb eng beschriebenen Seiten führen die Veerter Christdemokraten gleich mehrere Gründe gegen Obi ins Feld. Neben planungsrechtlichen Plänkeleien zu Beginn des Schreibens wird mit städtebaulichen Gründen argumentiert. Ein solcher XXL-Markt passe an die Ortseinfahrt einfach optisch nicht hin. Auch den Schutz der bestehenden Heimwerkermärkte Vos und Hagebau geben die Veerter offen zu. Von einem "Wettbewerbsvorteil an akzentuierter Stelle" für Obi an der E-dry-Kreuzung ist da die Rede, der den Weiterbestand der "mittelständischen Familienunternehmen sowie die örtlichen Arbeitsplätze" in Frage stelle. Auch sei das "branchenspezifische Angebot" für Baumärkte "flächenmäßig gedeckt". Oder auf gut deutsch: Ein weiterer Baumarkt ist überflüssig, weil es schon alles hier zu kaufen gibt.

Und: Auch die Gelderner City würde durch eine Obi-Ansiedlung geschwächt, so die Veerter CDU weiter. Weil der neue Markt auch ein Teil seines Sortiments mit "innenstadt-relevanter Ware" bestücken kann. Wie Blumen/Grünpflanzen. Wodurch entsprechende Konkurrenz für die Geschäfte in der Innenstadt entsteht.

Apropos Konkurrenz: An mancher Stelle schimmern deutlich die Veerter Seele und der Zusammenhalt des Örtchens durch: Denn ganz verschämt steht erst am Ende des Schreibens, dass die bestehenden Baumärkte auch die örtlichen Vereine immer ganz gut mit Spenden unterstützt hätten.

(RP/rl)