Kerken: Nieukerks Sänger als "Rächer der Enterbten"

Kerken: Nieukerks Sänger als "Rächer der Enterbten"

Unter dem Motto "Was kann's Schöneres geben, als Karneval in Nieukerk zu erleben" ging es am Sonntag durch das Weberdorf. Mit weniger Disco und mehr Karneval wäre es noch schöner gewesen.

Der Nieukerker Karnevalszugverein hatte sich das Motto "Was kann's Schöneres geben, als Karneval in Nieukerk zu erleben" gegeben. Das sollte sich als ein sehr hochgestecktes Ziel herausstellen. Wenig Karneval, aber dröhnende Musikboxen, Nebelschwaden, viel Alkohol und viele knapp bekleideten Mädchen bereit prägten vor Beginn des Zuges das Bild. Stolze 8000 Zuschauer zählte die Polizei .

Projekt fünfter Stern: In Nieukerk ist man für die Fußball-Weltmeisterschaft bestens gerüstet. Foto: Thomas Binn

Im Zug selber tummelten sich dann doch viele bunte Gestalten und es wurden auch tatsächlich von den begleitenden Musikvereinen Karnevalslieder gespielt. Als Kamelle gab es Blumen, Hexenhäuschen, Spülschwämme, Chips und jede Menge Popcorn. Hinter dem Wagen des Karnevalszugvereins Nieukerk gesellten sich einige Wagen und Fußgruppen. Als erstes folgte die Gruppe "Freunde 4 Life" mit ihren Kindern, die Nieukerk in einen Rockpalast verwandeln wollten. Dicht gefolgt von der Gruppe "Rockmaschine & Friends", die aus Straelen in die Nachbarstadt gekommen waren. Sie machten ihrem Namen alle Ehre und wollten wohl ganz Kerken beschallen. Schön anzusehen waren die Damen und Herren des MGV. Sie waren als Fußgruppe und auf dem Karnevalswagen als Robin Hood verkleidet und hatten es sich zum Ziel gesetzt, die "Entehrten" rächen. Die Zebras des Musikvereins Eintracht mussten sich beeilen, weil die Fietsers der "Creativlosen 68er" ihnen stets dicht auf den Fersen waren. In ihren bunten Kostümen waren sie ein schöner Farbklecks. Als stilechte Bayern kam die Gruppe von Bernd Onkels daher. Zünftig mit Krachlederner und Wadenstrümpfen boten sie ein schönes Bild. Als russische Olympioniken liefen die Herren der Gruppe Horst auf. Ob sie gedopt waren, konnte nicht festgestellt werden. Später dafür vielleicht der Alkoholpegel. Ihnen folgte eine Gruppe "Wikinger". Den mit Abstand schönsten Wagen hatten die Radschläger aus Düsseldorf mitgebracht. Sie hatten die lange Reise angetreten, um mit fröhlichem Winken und Helaurufen mit den Nieukerkern Spaß zu haben.

15 Personen wurde von der Polizei ein Platzverweis ausgesprochen, sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen. Bei Jugendschutzkontrollen von rund 500 Personen wurden etwa 200 Alkoholgebinde sichergestellt. Das Glasverbot wurde weitestgehend beachtet.

(lin)