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Nieukerk: Verwaltung will Rinnen nicht entschärfen

Fehlende Barrierefreiheit : Rathaus will Rinnen beibehalten

Die Straßenentwässerungsrinnen in Nieukerk verärgern Rollstuhlfahrer. Die Gemeinde verteidigt die Lösung. Am Dienstag berät der Fachausschuss.

Der Streit um die Straßenentwässerungsrinnen auf der Krefelder Straße in Nieukerk geht weiter. Wie berichtet, stören sich vor allem Rollstuhlfahrer an den Rinnen, die im Zuge der Neugestaltung der Krefelder Straße gebaut worden sind. Ihr Vorwurf: Die Rinnen sind zu tief, man kann mit dem Rollstuhl nicht darüber fahren, ohne mit den Rädern hängenzubleiben.

Die Rinnen wurden beim 1,1 Millionen Euro teuren Umbau geschaffen, damit sie bei (Stark)regen das Wasser sammeln und somit verhindern, dass Geschäfte und Häuser geflutet werden. Vor dem Umbau war dort ein Bordstein. „Das ist zum Teil noch gefährlicher als eine Bordsteinkante“, sagte Dagmar Spies vom Elisabeth-Haus in Nieukerk Anfang Januar unserer Redaktion. „Das ist eine echte Rollstuhl-Falle.“

Auch Teile der Politik wollen diese Falle entschärfen. Die BVK hat einen entsprechenden Antrag für den Bau-und Planungssauschuss in Kerken eingereicht, der am Dienstag tagt. „Die BVK Fraktion beantragt, die tiefen Straßenentwässerungsrinnen im Bereich Stinges/Volksbank fortlaufend bis zur Lappstraße zu entschärfen und flach zu gestalten“, heißt es in dem Antrag. Die Verwaltung der Gemeinde Kerken ist jedoch dagegen.

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„Bau- und Planungsausschuss lehnt den Antrag der BVK-Fraktion ab“, heißt es in der Beschlussvorlage für das Fachgremium. Zur Begründung heißt es aus dem Rathaus, dass die jetzige Gestaltung der Rinnen einstimmig im Rat beschlossen und „im Vorfeld umfangreich von den Fachingenieuren in punkto technischer und gestalterischer Umsetzung präsentiert“ wurde. Die Rinnen seien ein Kompromiss, der notwendig sei, um Geschäfte vor Starkregenereignissen zu schützen. „Ergänzend sei gesagt, dass die vorliegende Bauweise der Vertiefungen eine übliche Ausführung für den öffentlichen Raum darstellt“, heißt es weiter. Die Hindernisse, die die BVK beschreibe, sehe man nicht. Am Dienstag wird sich entscheiden, ob die Politik der Vorlage zustimmt.