Karnevalszug im Weberdorf Nieukerk ist für Rekordbesuch gerüstet

Nieukerk · Mit 44 Einheiten, darunter neuen Musikzüge, hat der Karnevalszug am Sonntag viel zu bieten. Veranstalter, Polizei und Ordnungsamt rechnen nach dem Ausfall des Gelderner Zuges mit steigenden Zuschauerzahlen.

 Die Polizei will sichtbar sein mit einer Hundertschaft in Nieukerk, wie hier beim Düsseldorfer Rosenmontagszug.

Die Polizei will sichtbar sein mit einer Hundertschaft in Nieukerk, wie hier beim Düsseldorfer Rosenmontagszug.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Das Weberdorf ist zur Karnevalshochburg in der Region geworden. Wenn in Straelen kein Zug ist, setzt sich der Nieukerker Zug im Gelderland an die Spitze. 44 Einheiten im Zug sind eine stolze Zahl, noch enormer ist die Zuschauerresonanz. Im vergangenen Jahr meldete die Polizei 8000 Besucher in Nieukerk.

Darunter aber auch ein großer Teil, den man als Veranstalter nicht unbedingt gerne sieht: Jugendliche und junge Erwachsene, die teilweise schon vor Zugbeginn eindeutig zu tief ins Glas geschaut haben. Und in diesem Jahr, wo es im nahen Geldern am Sonntag keinen Karnevalszug gibt, dürfte die Teilnehmerzahl noch einmal höher werden.

Beim Karnevalszugverein bleibt man trotzdem gelassen. Das kleine Team Ehrenamtlicher, das mit viel Einsatz den Zug vorbereitet, glaubt nicht, dass das Problempublikum größer wird. „Die Jugendlichen aus Geldern sind sowieso schon lange bei uns“, sagt Hans-Gerd Janssen. Wenn jetzt mehr Besucher kommen, werden es vor allem Familien mit Kindern sein, die eine Alternative für Geldern suchen. Und die dürfen sich in Nieukerk auf viel Helau und Kamelle freuen. An der Industriestraße startet der 44. Karnevalszug am Sonntag, 3. März, um 14.11 Uhr und bahnt sich seinen Weg durch das Dorf. Neun Musikzüge sind dabei und sorgen für die karnevalistischen Klänge.

Ähnlich schätzen auch Polizei und Gemeindeverwaltung die Lage ein. Mehr ältere Besucher mit Kindern, dazu wie immer viele junge Gäste. Die werden wieder schon am Bahnhof empfangen und müssen mit Kontrollen rechnen. Das Ordnungsamt hat sich mit Securitiy-Kräften verstärkt. Dabei geht um das Alter, ab dem Alkohol getrunken worden darf, aber auch das Mitführen von Glasflaschen. Das ist nämlich untersagt. Frank Kittelmann von der Gemeindeverwaltung: „Ganz wichtig für die Sicherheit ist das Glasverbot. Es hat sich eindeutig bewährt. Es gibt nicht nur weniger Müll, die Zahl der Schnittverletzungen ist deutlich zurückgegangen.“

Passiert doch etwas, stehen im Michael-Buyx-Haus Sanitäter und ein Notarzt parat. Auch die Feuerwehr ist im Einsatz. Und nicht zuletzt die Polizei, die ebenfalls für Ordnung sorgt. Pressesprecher Michael Ermers nannte die genaue Zahl der Einsatzkräfte nicht, betont aber, dass man flexibel auf mögliche Probleme in Nieukerk ebenso wie beim Zug in Twisteden reagieren kann. Insgesamt ein bewährtes Vorsorgeprogramm, das in den vergangenen Jahren erfolgreich war. Größere Probleme wurden trotz des Andranges aus Nieukerk nicht gemeldet.

Beim Karnevalszugverein konzentriert man sich auf den reibungslosen Ablauf beim Zug selbst. Als Standort für Kinder mit Familien empfiehlt Silvia Kaul-Nick die Schulstraße. Ihre Lieblingsstelle allerdings ist die Straße vor dem Altersheim. Wie dort alle Zugteilnehmer, auch die Jüngsten, sich den Senioren widmen, dass treibt ihr Jahr für Jahr die Tränen in die Augen.

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