Niersexpress: VRR investiert vier Millionen Euro in die Strecke

Betriebs- und Infrastruktur-Analyse : VRR investiert vier Millionen Euro in die Niersexpress-Strecke

Durch eine Betriebs- und Infrastruktur-Analyse möchte der Verkehrsverbund feststellen, warum es so oft zu Problemen auf der RE10-Strecke kommt. Der VRR verspricht schnelle Verbesserungen für die Pendler.

Gute Nachrichten für die Pendler des Niersexpresses: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) investiert aus eigenen Mitteln kurzfristig vier Millionen Euro, um eine 18-monatige Betriebsanalyse sowie eine Studie zur Leit- und Sicherungstechnik auf der RE10-Strecke durchzuführen. Es soll untersucht werden, warum es auf dem Zugabschnitt zwischen Krefeld und Kleve so häufig zu Problemen komme, sagte ein VRR-Sprecher auf Anfrage.

Dadurch sollen sowohl die Betriebsabläufe der Nordwestbahn (NWB) überprüft werden als auch festgestellt werden, auf welchem Stand die Infrastruktur ist, für deren Instandhaltung die DB Netz AG zuständig ist. Es sollen aber unter anderem auch die Züge der NWB überprüft werden, „ob zum Beispiel zu viele Türen defekt sind, wodurch es zu Verzögerungen an den Bahnhöfen kommt, weil die NWB nicht mit der Wartung ihrer Fahrzeuge hinterherkommt“, sagte der Sprecher.

Der VRR wolle „in den stetigen Gesprächen mit der NWB“ die Mängel ansprechen und darauf pochen, dass die festgestellten Probleme zügig gelöst würden, um schnelle Verbesserungen herbeiführen zu können. Es soll jedoch auch überprüft werden, in welchem Ausmaß die auftretenden Probleme im täglichen Ablauf mit der vorhandenen Infrastruktur zusammenhingen, zum Beispiel aufgrund alter Bahnübergänge.

Sie waren beim Treffen in Düsseldorf dabei: Stephan Haupt (MdL), Britta Oellers (MdL),  Ronald R.F. Lünser (VRR), Stefan Rouenhoff (MdB),  Barbara Hendricks (MdB),  Wolfgang Spreen (Landrat); Margret Voßeler-Deppe (MdL), Werner Lübberink (DB); Reiner Krieger, Lukas Joost (beide DB Netz) ; Hartmut Körbs (NWB), von links. Foto: Deutscher Bundestag

In 18 Monaten, also im ersten Quartal 2021, soll die Analyse des VRR abgeschlossen sein. Danach müsse dann zügig weitergearbeitet werden. Konkret: Es sollen bis dahin nicht nur Planungen und Verbesserungs-Vorschläge auf den Weg gebracht werden, sondern bestenfalls soll bis dahin auch geklärt sein, wie der Ausbau und die Modernisierung der Niersexpress-Strecke finanziert werde. Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten allein für die Modernisierung der Streckeninfrastruktur von Kleve bis Krefeld auf etwa 100 Millionen Euro. Eine gewaltige Summe.

Die jetzige Investition des VRR in Höhe von vier Millionen Euro ist das Ergebnis eines Zusammenkommens von VRR, der Deutschen Bahn, der Nordwestbahn und dem Landesverkehrsministerium mit Bundes- und Landtagsabgeordneten verschiedener Parteien aus dem Kreis Kleve, Viersen und der Stadt Krefeld sowie dem Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen in Düsseldorf.

Eingeladen hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff. Die politischen Vertreter aller Parteien, die an dem Treffen beteiligt waren, begrüßten die VRR-Maßnahme: „Der RE 10 wird täglich von etwa 23.000 Fahrgästen genutzt. Das sind über acht Millionen Kunden im Jahr. Damit wird deutlich: Die Bahnstrecke ist eine zentrale Verkehrsachse am unteren Niederrhein. Im Rahmen der Modernisierung müssen nun alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden“, heißt es in einer Stellungnahme der politischen Vertreter.