Geldern: Nicht standsicher: Elf Akazien im Stadtzentrum werden gefällt

Geldern: Nicht standsicher: Elf Akazien im Stadtzentrum werden gefällt

Die Gelderner Stadtgärtnerei hat gestern Vormittag damit begonnen, mitten in der Stadt elf große Akazien zu fällen. Die Bäume stehen im Bereich des Übergangs von der Gelderstraße zum Marktplatz.

"Der Baumgutachter hat gesagt, dass die aufgrund von Pilzbefall und Wurzelschäden nicht mehr standsicher sind. Einige haben auch Stamm-Schäden", erklärt Herbert van Stephoudt, Sprecher der Stadt Geldern, die Maßnahme. "Sie werden selbstverständlich so schnell es geht ersetzt."

Einige der betroffenen Bäume stecken in Beeten, die erst vor knapp einem Jahr - im März 2017 - mit einem neuen Material gefüllt wurden. Das hatte seinerzeit für große Aufregung und Besorgnis gesorgt, denn die verwendete Naturstein-Substanz bildet eine glatte, feste Oberfläche. Beobachter glaubten, die Beete seien mit Beton ausgegossen worden. Die Stadt versicherte damals nachdrücklich, dass das Material wasser- und luftdurchlässig sei. Es solle zwar das Wachstum der Wurzeln zur Oberfläche hin einschränken, das sei aber kein Problem: "Es schadet den Bäumen nicht", hieß es.

Bei dieser Einschätzung bleibt es nach wie vor, betont Sprecher van Stephoudt: "Unsere Gartentechniker sagen, da gibt es keinen Zusammenhang." Das größere Problem für die Standsicherheit seien auch nicht die Wurzelschäden, sondern der Pilz-Befall, der die Stämme aushöhlen könne.

Anwohner und Passanten reagierten gestern erschrocken auf die Fällungen, von denen sie im Vorfeld nichts wussten. Das wiederum lag an Terminschwierigkeiten im Rathaus, erklärte die Stadt. Eigentlich habe man Politik und Öffentlichkeit vorab informieren wollen, die Arbeiten müssen aber im Februar vor der Brutzeit der Vögel abgeschlossen sein, sie dauern zwei Tage an, man wollte nicht den Betrieb an Markt-Tagen beeinträchtigen, und auch das Wetter sei wichtig. So habe man gestern mit den Fällungen begonnen.

Die Bäume sollen allesamt ersetzt werden, womöglich aber nicht wieder durch Akazien. Die Politik entscheidet darüber, welche Gehölze gepflanzt werden.

(RP)