Geldern: NGG warnt auch im Kreis vor Extrem-Arbeitszeiten

Geldern: NGG warnt auch im Kreis vor Extrem-Arbeitszeiten

Überstunden, Arbeiten am Wochenende und in der Nacht: Im Kreis Kleve ist das für die rund 2 700 Beschäftigten des Gastgewerbes alles andere als ungewöhnlich. Ebenso wenig für die 3 900 Mitarbeiter in der Ernährungsindustrie. Damit die Belastung erträglich bleibt, schreibt das Arbeitszeitgesetz maximale Arbeitsstunden und Ruhepausen vor. Genau darum fürchtet nun die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG Nordrhein warnt mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen davor, dass es zu einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes "durch die Hintertür" kommen könnte - mit erheblichen Folgen.

"Flexibilität im Job kann nicht einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen", macht NGG-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hufer deutlich. Auf dem Arbeitsmarkt sei hier längst etwas aus der Balance geraten: So leisteten Arbeitnehmer in NRW im vorletzten Jahr 186 Millionen Überstunden - 58 Prozent unbezahlt. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann hervor. Rechnet man die Überstunden in Vollzeit-Jobs um, entspricht das in NRW demnach 114.000 Arbeitsplätzen.

"Auch im Kreis Kleve subventionieren Beschäftigte jeden Tag Unternehmensgewinne durch Gratis-Stunden. Statt immer wieder zu fordern, die Arbeitszeiten zu lockern, sollten die Arbeitgeber die Mehrarbeit lieber auf mehr Schultern verteilen", fordert Hufer. An die Groko-Verhandler appelliert der Gewerkschafter, kein "Herumdoktern" am Arbeitszeitgesetz zuzulassen. Im 28- seitigen Sondierungspapier ist von einem neuen "Rahmen" die Rede.

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Für Hufer steht fest: "Das Arbeitszeitgesetz legt Mindeststandards für den Schutz von Gesundheit und Privatleben fest. Hier brauchen wir keine Experimentierräume." Flexible Lösungen im Betrieb ließen sich per Tarifvertrag vereinbaren. In der Gastronomie hätten sich Arbeitszeitkonten bewährt. "Damit kann eine Hochzeitsfeier im Lokal auch mal länger gehen - ohne dass Köche und Kellner vor Arbeit umfallen."

(RP)