Neuer Jugendraum in Wachtendonk

Eröffnung : Neuer Raum für Wachtendonks Jugend

Ein Teil der Sekundarschule am Schoelkensdyck wird für die Jugendarbeit der Gemeinde genutzt. Noch ist die Einrichtung nicht komplett. Mehr als drei Jahre lang gab es in der Ortschaft kein Domizil für die Heranwachsenden.

Die Wände sind weiß. Doch das soll sich schnell ändern. „Die werden bei einer Aktion noch gestaltet“, kündigt Stephanie Klatzek ein kreatives Eingreifen an. Sie ist zuständig für die Offene Jugendarbeit der Gemeinde Wachtendonk und kann den Heranwachsenden jetzt mit dem „Jura“, wie der Jugendraum getauft wurde, eine neue Anlaufstelle bieten. Am 22. Oktober wurde ein Teil der Sekundarschule am Schoelkensdyck für diesen Zweck eröffnet. Am Montagabend wurde der „Jura“ offiziell vorgestellt.

Damit endet eine lange Heimatlosigkeit für die Wachtendonker Jugendarbeit. Sie wurde einst im „Old School“ an der Wankumer Straße geleistet, bis das Gebäude 2015/16 zur Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht und Ende 2016 schließlich für den Neubau der Awo-Kita abgerissen wurde. „Wir haben lange nach einem neuen Standort gesucht“, schilderte Angelika Trost von der Gemeindeverwaltung. Schließlich fand man die Lösung innerhalb des Sekundarschul-Gebäudes. Aus dem ehemaligen Biologie-Raum, dem Biologie-Vorbereitungsraum sowie zwei Abstellräumen wurde nach knapp zweimonatigem Umbau der „Jura“. Ein neuer Durchbruch sorgte für einen separaten Eingang von außen. Gut 100 Quadratmeter stehen für die Jugendarbeit zur Verfügung.

„Das wurde hier ganz hervorragend gemacht“, meinte 1. stellvertretender Bürgermeister Andreas Böhm bei der Präsentation des Jugendraums. Er wies darauf hin, dass die Außenanlagen und der Innenhof gut zu nutzen seien. Etwa 31.000 Euro investiert die Gemeinde, ursprünglich waren 20.000 Euro angesetzt.

Der „Offene Treff“ bietet mit einem Kicker, einem Billardtisch, einer Musikanlage, verschiedenen Sitzmöglichkeiten, einer Tischtennisplatte, Gesellschaftsspielen und Außenspielgeräten zahlreiche Möglichkeiten, um Kontakte zu knüpfen und Spaß zu haben. Eigene Ideen und Wünsche können geäußert werden und werden nach Möglichkeit umgesetzt.

Der „Jura“ ist über den Innenhof der Schule zu erreichen, und zwar über einen kleinen Durchgang neben dem Bistro. In Absprache mit der Schule will man den Innenhof durch Projekte mit den Kindern und Jugendlichen aufwerten, etwa durch Bepflanzungen oder das Anbringen von Nistkästen.

Donnerstags von 15.30 bis 19.30 Uhr ist der Offene Treff für Kinder ab sechs Jahren. Montags und dienstags von 15.30 bis 19.30 Uhr findet der Offene Treff für Kinder und Jugendliche statt, die eine weiterführende Schule besuchen. Damit alle Zeiten abgedeckt werden können, ist das Team verstärkt worden. Zu Stephanie Klatzek und ihrer langjährigen Mitarbeiterin Gabriele Luzyga kommen mit Franziska Stiller eine Teilzeitkraft sowie mit Natalia Engh und Maike Beutler zwei 450-Euro-Kräfte. Zudem, so kündigte Stephanie Klatzek an, wird Streetworkerin Fabienne Pastuska künftig immer dienstags on 16 bis 18 Uhr im „Jura“ sein.

Insgesamt fange man mit der Offenen Jugendarbeit in Wachtendonk „mehr oder weniger bei Null an“, beschrieb Stephanie Klatzek die Situation nach dreieinhalb Jahren ohne Domizil. Der größte Teil der jungen Wachtendonker habe den Kindertreff in Wankum nicht besucht. Den Kontakt zu ihrer Zielgruppe habe sie nur dank ihrer Tätigkeit als Streetworkerin behalten.

Der Neustart im „Jura“ stimmt sie hoffnungsfroh. Durchschnittlich 16 Jugendliche besuchen täglich den Jugendraum in Wachtendonk. Der wird noch nach und nach komplett ausgerüstet – unter anderem mit einer Fernsehspiel-Konsole und einer Leinwand mit Beamer. Und außerdem soll  eine  Theke  gebaut werden. Das ist, ebenso wie die Wandbemalung, als Jugendprojekt geplant.

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