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Geldern: Neuer Hilfs-Verein "Gelber Stern" will Pflegesystem verändern

Geldern : Neuer Hilfs-Verein "Gelber Stern" will Pflegesystem verändern

Agnes Pacco, Inhaberin des Geschäfts "Fundus" in Geldern, will einen Verein ins Leben rufen, der auf kurze Sicht möglichst vielen Menschen in Geldern und der weiteren Umgebung schnelle Hilfen bieten soll. Erste "Zielgruppe": alte Menschen, Kranke, Arme, pflegende Angehörige, Familien in Not.

Weit entferntes Fernziel: Das Pflegesystem - wenigstens vor Ort - umzukrempeln. Als Name für den Verein ist "Gelber Stern" angedacht. Gründungstermin ist Montag, 17. August.

Eine Reihe von Mitstreitern stehen mit der 62-jährigen Pacco in den Startlöchern. "Ich denke, dass wir bei der Gründung 20 bis 30 Leute sind", schätzt sie. Darunter einige Fachleute: eine Psychologin, ein Anwalt, Steuerberater, Marketing-Fachmann, ein Dozent für Krankenpflegeausbildung.

Der Verein wolle Menschen möglichst unkompliziert helfen, "egal, welcher Nationalität, Religion, welchen Alters", so Pacco. Als erste Maßnahme habe man kostenfreie Beratungsangebote rund um soziale und sozialrechtliche Themen angedacht. Weitere Vorschläge stehen im Raum: Fahrdienste für Behinderte oder Senioren könnte man einrichten, ehrenamtliche Hilfen anbieten.

Sach- und Geldspenden sollen außerdem zielgerichtet weitergeleitet werden, stellt Agnes Pacco in Aussicht. Es gebe viele Leute, die gern für konkrete Einzelfälle spenden wollten, aber kein Geld in einen "großen Topf" werfen möchten, aus dem es dann irgendwie verteilt würde. Der Verein könne da helfen. Und sie betont: "Die Spenden werden eins zu eins umgesetzt. Ich möchte nicht, dass, wenn jemand 100 Euro spendet, 80 Euro im Verwaltungssumpf versickern."

Ferner steht die Idee im Raum, Senioren-Wohngemeinschaften in privaten Immobilien zusammenzuführen. "Dann können ältere Leute ihr Haus erhalten", so Pacco. Auf längere Sicht sind Bildungsprojekte angepeilt: "Wir wollen Betreuer ausbilden, die Familien entlasten."

Und eines Tages könnte man Wohngruppen für Pflegebedürftige gründen, Schulungsstätten einrichten, Häuser aufbauen, die eine Alternative zu Pflegeheimen sein sollen. "Unser größtes Ziel ist es, eine menschlichere, bessere Pflege zu ermöglichen." Anstoß zur Vereinsgründung gaben ihr eigene Erfahrungen mit einem pflegebedürftigen Angehörigen. "Ich habe sehr viel erlebt, was nicht so gut war."

Dass das Symbol "Gelber Stern" vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte üble Assoziationen wecken könnte, sei ihr und ihren Mitstreitern übrigens klar. Man habe das diskutiert und sich trotzdem dafür entschieden, aber die Gründungsversammlung könne natürlich auch noch einen anderen Namen wählen.

Die Vereinsgründung ist am 17. August um 18.30 Uhr im "Rheinischen Hof", Bahnhofstraße 40. Jeder ist eingeladen. Infos gibt's per E-Mail an agnespacco@t-online.de

(szf)