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Neue Zuglinie ab Geldern geplant

Bessere Anbindung an Ballungszentren : Zusätzliche Zuglinie ab Geldern geplant

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kündigt an, dass er ab dem Jahr 2025 eine zusätzliche Regionalbahn-Linie ab Geldern in Fahrtrichtung Düsseldorf einführen will. Diese würde stündlich bedient.

Ab 2025 möchte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die neue Zuglinie RB 41 im Stundentakt pendeln lassen, um Geldern besser an die Ballungsgebiete anzubinden. Eine zusätzliche Linie ab Geldern in Richtung Krefeld beziehungsweise Düsseldorf und Neuss sei möglich, weil die Bahnstrecke bereits zweigleisig ausgebaut sei. Das melden die Politiker Stefan Rouenhoff (CDU) und Stephan Haupt (FDP) nach einem Gespräch mit dem Vorstandssprecher des VRR, Martin Husmann.

Husmann kündigte demnach außerdem an, einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke in einzelnen Streckenabschnitten zwischen Kleve und Geldern prüfen zu wollen. Es sollten dort so genannte „Begegnungsstellen“ geschaffen werden. Das wären zweigleisige Abschnitte auf der ansonsten eingleisigen Route, an denen Züge aneinander vorbeifahren könnten. Dafür warte man aber noch auf grünes Licht von Seiten des Landesverkehrsministeriums, so Husmann.

Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser begrüßt die Überlegungen. Wenn unterm Strich dabei herauskäme, dass man von Geldern aus praktisch im 20-Minuten-Takt von Geldern in Richtung Düsseldorf oder Neuss kommen könnte: „Was Besseres könnte uns gar nicht passieren“, so Kaiser. Pendler würden davon profitieren, „viele wohnen in Geldern und arbeiten im Raum Düsseldorf“.

Auch Verbesserungen auf der Strecke in Richtung Kleve seien natürlich wichtig. „Wir haben auch viele, die zur Hochschule fahren. Und ein zweigleisiger Ausbau ermöglicht auch eine bessere Taktung mit weniger Verspätungen.“

Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler fordert ebenfalls Verbesserungen der Strecke Richtung Kleve. „Die neue Bahnlinie nach Geldern ist sicher für den Südkreis des Gelderlandes interessant, für uns im Norden bringt das allerdings eher wenig“, sagt er. Wichtiger sei es, die Trasse nach Kleve zu verbessern. Dazu gehört, die Zahl der Stellen zu erhöhen, an denen die Bahnstrecke zweigleisig ist.

Einen kompletten zweigleisigen Ausbau hält er für illusorisch. „Dazu fehlt einfach der Platz. Bei uns in Kevelaer etwa führt das Gleis mitten durch die Stadt, wo sollte da eine zweite Trasse liegen?“

Wünschen würde er sich auch, dass der Jahrhundertfehler behoben und die Strecke Richtung Nimwegen wieder reaktiviert wird.

Der VRR-Vorstandssprecher Husmann, der CDU-Bundestagsabgeordnete Rouenhoff und der FDP-Landtagsabgeordnete Haupt hatten sich im Rahmen der Initiative niederrheinischer Bundestags- und Landtagsabgeordneter sowie Landräte und Bürgermeister zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahnstrecke Kleve-Krefeld zusammengesetzt.

Sie seien sich einig, dass auch eine Modernisierung des Stellwerks dringend erforderlich sei, melden Rouenhoff und Haupt.

Die Politiker fordern in diesem Bereich Verbesserungen: „Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Aber auf der Strecke Kleve-Krefeld wird immer noch eine Seilzug-Technik aus dem vorletzten Jahrhundert verwendet. Das kann nicht sein. Wir brauchen schnellstmöglich ein elektronisches Stellwerk, das die Zuverlässigkeit der Strecke erheblich verbessert. Hierfür müssen sich die Deutsche Bahn AG und der VRR aufeinander zu bewegen.“

Wenn die Linie RE-10 im kommenden Jahr für den Zeitraum von 2025 bis 2035 neu ausgeschrieben wird, wie es der VRR plant, sollen nicht nur höhere Beförderungskapazitäten wegen der gestiegenen Fahrgastzahlen festgelegt werden. Auch der Einsatz alternativer umweltfreundlicher Antriebstechnologien sei vorsehen, heißt es.

Bereits Anfang des Monats hatten sich die niederrheinischen Bundes- und Landtagsabgeordneten von CDU und FDP mit dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Hendrik Wüst über die Modernisierung und den Ausbau der Bahnstrecke Kleve-Krefeld ausgetauscht.

(kla/zel/szf)