Straelen: Neue Wegkreuztour in Straelen

Straelen: Neue Wegkreuztour in Straelen

In einem Flyer des Verkehrsvereins sind 15 Stationen von Volksfrömmigkeit festgehalten. Mit der Geschichte hat sich Hans Pierkes auseinandergesetzt. Gemeinsam mit Hans Schmitz hat er die Idee umgesetzt.

Mord und Totschlag, Angst vor den Naturgewalten - die Gründe für ein Wegkreuz sind vielfältig. Oft ist es auch Dankbarkeit, die Menschen dazu bewogen hat, ein Zeichen zu setzen. Der Niederrhein ist voll von diesen Stätten der Volksfrömmigkeit. Wer bei der Radtour oder dem Spaziergang die Augen offen hält, der sieht sie, die liebevoll gepflegten Kapellchen mit dem Blumenschmuck davor, die Wegkreuze, die Wind und Wetter zu trotzen scheinen.

Die Antoniuskapelle ist einer der Orte für die Andacht. Foto: Stadt Straelen

15 Stück sind nun bewusst zu einer Tour zusammengefasst worden. Bereits im Geldrischen Heimatkalender aus dem Jahr 2010 beschäftigte sich Hans Pierkes mit den religiösen Boten am Wegesrand in seiner Heimat Straelen. Gemeinsam mit Hans Schmitz setzte er für den Verkehrsverein die Idee um, einen Flyer herauszugeben, der einige Kulturdenkmäler im Ortskern benennt. Es ist natürlich keine abschließende Aufzählung, denn an Höfen, Straßeneinmündungen und in den einzelnen Straelener Ortschaften gibt es noch jede Menge mehr Heiligenhäuschen und Kapellen zu entdecken. Aber es ist ein Anfang, vielleicht, um auf den Geschmack zu kommen, sich auch mit der Geschichte zu beschäftigen.

Eine ungewöhnliche Form weist die Barbarakapelle auf. Foto: Stadt Straelen

Die Tour startet am Kapellenplatz. Nicht zu übersehen ist die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Allein deren Geschichte ist es wert, ausführlich erzählt zu werden. Die Tour führt weiter zur Antoniuskapelle, die in der Obhut der gleichnamigen Bruderschaft steht. Regelmäßig zu den Maiandachten sind die Kapellchen übrigens gut besuchte Stätten der Einkehr. Aber auch sonst laden sie dazu ein, eine Pause zu machen. "Still zu werden an so einem Ort ist genau das Richtige, auch heute noch. Das Leben ist ja nicht nur lustig, es gibt auch Momente, in denen es schwierig wird", sagt Schmitz. Ein solcher Moment spiegelt sich im Wegkreuz mit Gedenkstein am Niersbroekerweg wider. Aufgestellt wurde der aus Dankbarkeit. Im Jahre 1900 entging der Förster Wilhelm Corsten nur knapp dem Angriff eines Wilddiebs. Das Kreuz zeugt davon.

An die gefallenen Schützenbrüder wird mit diesem Kreuz erinnert. Foto: Stadt Straelen

An gleicher Stelle steht aber auch ein Gedenkstein als Erinnerung an den Husar Gustav Römer, der dort ermordet wurde. Die Tour geht weiter zur Marienkapelle auf Haus Eyll und zum Dankbarkeitskreuz der Familie Strompen am Tommerixweg.

Nächste Station ist die Barbarakapelle. Sie gehört mit zu den jüngsten in der Runde. Erbaut wurde sie in der Optik eines Turmes im Jahr 2006 von der St.-Barbara-Bruderschaft. Die Gestaltung hängt unmittelbar mit dem Schicksal der Heiligen zusammen. Barbara wurde von ihrem Vater in einen Turm gesperrt, weil ihr christliches Leben dem Vater ein Dorn im Auge war. Barbara ließ sich aber nicht beirren, auch unter Folter hielt sie am Glauben fest.

Der Gekreuzigte selbst begegnet dem Besucher in Form eines Kruzifixes am Spuekkreuz an der L 361. Weiter geht es zur Marien-Kapelle am Hommespad aus dem Jahr 1770. Sehr nah an der heutigen Zeit ist das steinerne Kreuz an der Wankumer Straße. Es ist die Gedenkstätte für die in den Weltkriegen gefallenen Schützenbrüder.

Ein kleines Stück bergauf geht es zur Schönstatt-Kapelle. Sie liegt auf dem Kalvarienberg. Wer mag, kann auch noch den Kreuzweg hochgehen. Nicht weit davon entfernt ist die Anna-Kapelle auf der gleichnamigen Straße. An der Römerstraße liegt etwas versteckt die Schweine-Kapelle, benannt nach dem Heiligen Antonius, der auch als Schutzheiliger gegen die Schweinepest angerufen wird. Oft wird er auch mit einem Schwein zu seinen Füßen abgebildet.

Weiter draußen, zwischen Straelen und Walbeck, sind das Hagelkreuz aus dem Jahr 1439 und die später erbaute Kapelle zu finden. Von 1716 ist die Rochus-Kapelle am Passerweg. 1964 geschah dort ein tödlicher Unfall. Seitdem ist dort auch eine Gedenkstätte. Abschluss der Tour bildet das noch recht junge Gelübdekreuz am Hoekerweg aus dem Jahr 1980.

Die Tour ist innerhalb eines Tages zu schaffen, weil sie sich auf den Ortskern von Straelen konzentriert. Aber Reihenfolge und Verweildauer, die ist jedem selbst überlassen.

Den Flyer gibt es bei der Stadt Straelen.

(RP)