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Neue Jugendleiterin für die evangelische Kirche in Geldern und Kevelaer

Die Zukunft der Kirche : Frischer Wind in Geldern und Kevelaer

Fabienne Schmitz ist neue Jugendleiterin bei den beiden evangelischen Gemeinden. Die 30-Jährige hat eine neue Herausforderung gesucht. Wichtig ist ihr die Gemeinschaft. Bald geht es zusammen zum Kirchentag.

Fabienne Schmitz greift zur Gitarre. Nicht nur in ihrer Freizeit, sondern das passt auch gut zu ihrer neuen Arbeit. Sie ist die neue Jugendleiterin bei den evangelischen Kirchengemeinden in Geldern und Kevelaer.

„Ich fahre immer mit einem Lächeln hier hin“, sagt die 30-Jährige. Und auch die Kinder und Jugendlichen spüren, dass sie Spaß an ihrer Arbeit hat. Dabei kommt die Sonsbeckerin mit den Wurzeln aus Wesel eigentlich aus einem anderen Bereich. Studiert hat sie Englisch und Erziehungswissenschaften. Vier Jahre hat sie bei Spix in Wesel gearbeitet und Menschen mit psychischer Beeinträchtigung begleitet. Zum 30. Geburtstag hat sie sich Veränderung gewünscht. Nicht, weil sie ihren bisherigen Job nicht mochte, sondern weil sie schon immer mit Kinder und Jugendlichen arbeiten wollte. Als dann die Zeitungsannonce der evangelischen Kirchengemeinde erschien, die eine neue Jugendleiterin suchten, hat sie sich beworben, gewartet und den Zuschlag bekommen.

Seit Januar ist sie für die Kinder und Jugendlichen da und fühlt sich sowohl in Geldern als auch Kevelaer heimisch. „Ich habe schon das Gefühl, mittendrin zu sein.“ Das liege auch an den tollen Ansprechpartnern.

Sie will Kinder und Jugendliche für Kirche begeistern und das weitergeben, was sie selbst in ihrer Kirchengemeinde in Wesel erfahren hat. „Für mich persönlich gibt mir der Glaube Sicherheit“, sagt die Sonsbeckerin. Die Gemeinschaft, die sich entwickelt hat und geblieben ist, die ist ihr wichtig. Die kirchlichen Jugendgruppen sollen Gelegenheit bieten, sich auszutauschen, fernab von WhatsApp. „Soziale Kontakte live erleben, das ist ganz wichtig“, sagt Fabienne Schmitz. Dabei muss es nicht immer das Riesenprogramm sein, das kann auch ein Kickerturnier sein oder zusammen Eisessen gehen. „Zu merken, dass da jemand ist, auf den ich mich verlassen kann“, darauf komme es an, sagt die Jugendleiterin. Für manchen entstehe so ein zweites Zuhause, bei manchem ist es auch die kleine Unterstützung, die neben der Familie gegeben wird. Beziehungen knüpfen, darauf komme es an. Das möchte sie auch mit Kollegen. Deswegen ist sie froh, dass sie auf der Fachtagung mit anderen Jugendleitern war. Es wurde überlegt, gemeindeübergreifend die Jugend zu motivieren. Bei manchem Jugendlichen schiebe sich ein Riegel vor, wenn er Kirche höre. „Einige haben das Bild, da gehe es nur ums Beten und um festgefahrene Strukturen“, nennt die Jugendleiterin Hemmnisse. Dabei gehe es doch viel mehr darum, eine schöne Zeit zu verbringen. Und wenn man dann noch persönlich über den Glauben spricht, sei auch der Bezug für die Kinder und Jugendlichen da. „Für mich persönlich gibt der Glaube Sicherheit“, sagt die 30-Jährige. Zu Hause habe sie einen Kalender mit Losungen. Es sei so etwas wie ein Ritual, dass sie jeden Morgen darin lese. „Inwieweit betrifft mich der Psalm persönlich?“, ist die Frage, die sie beschäftigt. Im Laufe des Tages kann es durchaus sein, dass sie feststellt: „Das passt ganz gut.“

Diese Erfahrungen will sie weitergeben. Im Juni geht es mit den Jugendliche aus Geldern und Kevelaer auf eine kleine Reise. Gemeinsam fahren sie zum Evangelischen Kirchentag nach Dortmund. Auch da ist wieder jede Menge Gelegenheit zum Reden, Erleben, Zeit miteinander verbringen. Und das ist ein wichtiger Baustein von Kirche.