Issum: Neue Ausstellung zeigt Leben in Issum um das Jahr 1900

Issum : Neue Ausstellung zeigt Leben in Issum um das Jahr 1900

Wie lebten die Menschen in Issum vor mehr als 100 Jahren? Die Antwort zu dieser Frage möchte der Arbeitskreis His-Törchen, ganz besonders Willi Gietmann, der Organisator der Ausstellung, allen interessierten Besuchern vom 2. April bis zum 19. November geben.

Issum hatte im Jahr 1900 unter Kaiser Wilhelm II. eine evangelische und eine katholische Kirche. Es gab drei Schulen, eine Synagoge, eine Seidenweberei, mehrere Zigarren-, Siegellack- und Oblatenfabriken, ein Elektrizitätswerk, eine Bierbrauerei und 3495 Einwohner. Davon waren knapp 600 Weber. Um den Besuchern die Lebensumstände dieser Zeit näher zu bringen, sind im oberen Teil des His-Törchens eine damals typische Weberwohnung mit Küche, Schlafzimmer, Weberstube und Besenbinderwerkstatt zu sehen, in der eine elfköpfige Weberfamilie lebte. Im unteren Teil des Museums können sich die Besucher anhand von Büsten in historischer Kleidung und vielen authentischen Exponaten aus der Zeit um 1900 anschauen, wie sich die Menschen aus Issum früher in den Berufen Lehrer, Kaufmann, Pfarrer, Apotheker, Arzt, Soldat und Braumeister gekleidet und wie sie gelebt haben.

Besucher des His-Törchens können während der Ausstellung Fäden zum Weben abgeben. Die Fäden sollen auf einem alten Webstuhl unter dem Motto "Und führe zusammen was getrennt ist" verwebt werden. Die Damastweberin Haas aus Twisteden zeigt den Besuchern am 2. April zwischen 12 und 13 Uhr sowie 15 und 17 Uhr und am 16. April, 7. Mai, 21. Mai und am 4. Juni jeweils von 11 bis 13 Uhr, wie man auf einem Handwebstuhl fachgerecht webt. Am 23. April, 18. Juni und am 20. August zwischen 15 und 17 Uhr zeigt Besenbinder Rudi Kaenders von der Bönninghardt den Besuchern im His-Törchen, wie man "Hei-Besen" aus Ginster und Birkenreisig anfertigt. Am 7. Mai, 11. Juni und 9. Juli wird von 15 bis 17 Uhr in der Küche von 1900 Seife gesiedet.

"Wir garantieren, dass Fältchen, Sommersprossen, Mitesser, Leberflecke und Röte spurlos verschwinden." So die Reklame von 1899 für das Hausfrauen-Rezept der Seifen-Fabrik aus Berlin, Königsstraße 59 (Hochparterre). Das Team des His-Törchens hat das Rezept überarbeitet und mit Olivenöl und Lavendel aus kontrolliertem biologischem Anbau verfeinert. Ob die "His-Törchenseife" die gleiche Wirkung verspricht, können die Besucher an den genannten Terminen testen. Pro Termin können sich jeweils fünf Besucher unter Telefon 02835 2381 anmelden, um die Seife herzustellen. Die Teilnahme ist kostenlos. Die angemeldeten Besucher erhalten ein Stück selbstgesiedete Seife als Geschenk.

Möglich wurde diese außergewöhnliche Ausstellung durch die Unterstützung und Zusage von zahlreichen Originalexponaten von verschiedenen Museen sowie dem Historischen Verein für Geldern und Umgegend und der Kirchengemeinde St. Anna Issum. Mit Hilfe der Firma Knoor und dem Gocher Heinz Bömler war es möglich, die Ausstellung "Leben und Arbeiten um 1900 in Issum" zu planen und durchzuführen.

Weitere Infos bei der Gemeinde Issum, Telefon 02835 1024, E-Mail touristk@issum.de.

(RP)