Geldern: Neubau-Projekt für Gelderns Hospital

Geldern: Neubau-Projekt für Gelderns Hospital

Das St.-Clemens-Krankenhaus baut an. Ein neuer Flügel für die Patienten kommt dazu. Die Zahl der Betten insgesamt steigt nicht, stattdessen gibt es für alle mehr Platz, mehr Privatsphäre und modernere Ausstattung.

Er sei "richtig froh und glücklich", sagt Christoph Weß, Chef des St.-Clemens-Hospitals: "Wir haben Großes zu verkünden." Die Pläne für den Anbau des großen neuen Betten-Flügels sind fertig.

Parallel zu einem bestehenden Komplex soll er empor wachsen, dazwischen ist eine Gartenanlage geplant. Moderne Räume für 156 Patienten soll es im Neubau geben. 120 Plätze werden in Drei-Bett-Zimmern geschaffen, die übrigen in Zwei-Bett-Räumen. Der Spatenstich für den neuen Trakt soll möglichst im Sommer erfolgen. Von Baubeginn bis zum Einzug werden etwa zwei Jahre kalkuliert.

Deutlich komfortabler und vor allem größer als die Räume im Altbau werden die neuen Zimmer sein: "Pro Raum fast zehn Quadratmeter mehr", so Christoph Weß. Das kommt Ruhe und Privatsphäre zugute. Die Zwei-Bett-Zimmer sind für die Geriatrie bestimmt, weil dort noch mehr Platz für die Pflege gebraucht wird und die Menschen im Schnitt länger bleiben.

Zu jedem Zimmer gehört auch ein Bad in angemessener Größe. Das ist in den heutigen Stationen nicht der Standard, denn die stammen aus den 70er Jahren. "Das ist nicht mehr zeitgemäß", urteilt Weß selbst. Wobei er zugleich stolz darauf ist, dass die Fallzahlen seines Hauses nichtsdestotrotz steigen. Seine Schlussfolgerung: "Die Patienten kommen zu uns, weil sie wissen, hier wird man gut behandelt."

Die Planung sei "eine sehr gute bauliche Idee, auch eine Notwendigkeit fürs Haus", lobt Bernd Molzberger, Chef der Cusanus-Trägergesellschaft, unter deren Dach das Krankenhaus arbeitet. Und er fügt hinzu: "Damit ist der Auftakt erst gemacht." Denn wenn der Neubau fertig ist, geht es an die Sanierung der Altbau-Stationen. Nach und nach werden dort die Zimmer erweitert, modernisiert und auf den Stand des Neubaus gebracht. "Wahrscheinlich dauert es gute vier oder fünf Jahre, bis wir das alte Gebäude durchsaniert haben", schätzt Klinik-Chef Weß. Am Ende wird es weiterhin rund 300 Betten geben, so wie heute. An dieser Gesamtzahl ändert sich also nichts.

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Mit dem Entwurf wurde mit Bedacht der Gelderner Architekt Engelbert Hanßen beauftragt, der unter anderem das See-Park-Hotel geplant hat. "Wer könnte besser ein Bettenhaus bauen als ein Hotel-Arhcitekt?", begründet Christoph Weß die Entscheidung.

"Es ist ein schlichtes Gebäude, hat aber einen sehr guten inneren Kern", erläutert Hanßen das Konzept zu dem weißen, quaderförmigen Bau. "Wir haben das Augenmerk aufs Innere gerichtet, so dass die Patienten sich wohlfühlen", so Hanßen weiter: große Fenster und viel Ruhe. "Wir haben sehr viel Wert auf die Akustik gelegt."

Die Kosten für den Neubau sind mit 8,95 Millionen Euro veranschlagt. "Wir finanzieren aus einer Mischung: Eigen-, Förder- und Fremdmittel", erklärt Christoph Weß. Die "Fremdmittel", also Darlehen, liegen bei etwas über sieben Millionen Euro. Wie sich der Rest auf eigenes Kapital und Fördergeld verteilt, ist noch in der Schwebe.

"Das ist ein ganz wichtiges Signal, auch über Geldern hinaus", sagte Bürgermeister Sven Kaiser zu den Plänen. Geldern werde als "Gesundheitsstandort" gestärkt.

Der lang ersehnte neue Parkplatz soll nun bald kommen. Es habe Verschiebungen gegeben, so Rolf Kolb, Vorsitzender des Krankenhaus-Kuratoriums, das den Parkplatz schafft. "Es scheinen aber jetzt alle Schwierigkeiten und alle Vorbehalte ausgeräumt zu sein." Man hoffe auf den Spartenstich im zweiten Quartal des Jahres und Fertigstellung noch im Sommer.

(RP)