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Geldern: Nein zu Obi in Veert, ja zu Discounter Walbeck

Geldern : Nein zu Obi in Veert, ja zu Discounter Walbeck

Zwei wichtige Entscheidungen für den Gelderner Einzelhandel traf gestern der Bauausschuss: Er gab einstimmig grünes Licht für den geplanten Discounter (Netto-Markt) in Walbeck, der bekanntlich am Küpperssteg entstehen soll. Nur wenig später traten die Politiker beim Obi-Projekt auf dem E-dry-Parkplatz (erst mal?) auf die Bremse. Hier folgten sie nicht dem Vorschlag der Verwaltung.

Den Weg frei gemacht haben für den Discounter in Walbeck dürfte der Vorschlag der Verwaltung, im Zuge der Realisierung gleichzeitig einen Bypass für die Walbecker Verkehrsprobleme ins Auge zu fassen. Denn die sehen viele Anwohner durch den zu erwartenden Lieferverkehr für Netto wachsen. Eine entsprechende Entlastung könnte eine neue Straße von der Hochstraße zur Walbecker Straße bringen. Ein relativ alter und für die Stadt teurer Plan, der laut Bürgermeister Janssen in den Jahren 2013 und 2014 angegangen werden könnte.

Zuvor wird als Erstmaßnahme aber der Bereich Hochstraße/Hospiz im Ortskern, der bisherige Knackpunkt, verändert. Hier sollen jetzt Bürgersteige und Fahrbahn höhenmäßig angepasst werden. Auf dieser neuen Fläche, deren genaue Beschaffenheit noch festgelegt werden muss, bewegen sich dann alle Verkehrsteilnehmer vorsichtig, so die Vorstellung der Planer. Entsprechende Maßnahmen mit einer solchen "durchgängigen Fläche" sind in Geldern bereits am Kleinen Markt oder der Bahnhofstraße erfolgreich umgesetzt worden.

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Pikant am Rande: Das Votum für den Discounter fiel einstimmig aus, also auch mit dem kompletten Segen der CDU. Scheint so, als ob Fraktionsvorsitzender Johannes Leurs nach dem RP-Artikel von Montag "CDU – es fehlt die Führungsfigur" mal auf den Tisch gehauen hat. Leidtragender war offensichtlich CDU-Kollege Patrick Simon, der die Abstimmung zum Discounter initiiert hatte. Er fehlte gestern. Trotz Urlaub auf Balkonien. Scheint so, als ob die Christdemokraten unter allen Umständen Einheit demonstrieren wollten.

Nicht ganz einheitlich fiel dagegen das Nein zur Obi-Ansiedlung aus. CDU und SPD lehnten den entsprechenden Aufstellungsbeschluss mit deutlicher Mehrheit ab. Jetzt scheint es fraglich, ob der Baumarkt-Riese, für den Investor Josef Schoofs aus Kevelaer bauen wollte, noch Interesse an dem Standort an der E-dry hat. Bekanntlich wollen derartige XXL-Unternehmen schnelle Entscheidungen von der Politik. Die gab es gestern Abend – aber in negativer Form.

CDU und SPD begründeten ihre ablehnende Haltung vor allem mit städtebaulichen Aspekten und dem noch ausstehenden Einzelhandelsgutachten. Dieses soll in den nächsten Wochen klären, welche Geschäfte Geldern als Einkaufsstadt noch braucht und wo bereits derzeit eine Überangebot besteht.

(RP)