Nachtfalter in Kerken entdeckt

Schmetterling in Kerken : Leser findet Ligusterschwärmer

Mit 12 Zentimetern Flügelspannweite ist der Nachtfalter eine Erscheinung, vor allem wenn er einem tagsüber begegnet. Das ist Kurt Böttger passiert.

(bimo) Ungewöhnlichen Besuch hatte Kurt Böttger in seinem Garten in Nieukerk. Und weil der nicht alltäglich war, zückte er gleich die Kamera und hielt den Moment fest. „Sowas habe ich noch nie gesehen“, sagt der 78-Jährige und meint damit den großen Falter. „Der fiel mir praktisch vor die Füße“, erinnert sich Böttger an den Moment, als er sich des geflügelten Besuchers bewusst wurde. „Einen Falter in der Größe habe ich noch nie gesehen“, sagt der Nieukerker. Und auch die Farbgebung sei ihm direkt aufgefallen. Mit seinen pinkfarbenen Streifen auf dem Rücken ist der sonst eher unscheinbar braune Ligusterfalter tatsächlich kaum zu übersehen. Dass es sich um einen solchen handelt, hat die Familie durch Recherche schnell herausgefunden. Mit seinen rund acht Zentimetern Flügelspannweite im sitzenden Zustand hatte er im Kerkener Garten schon ordentlich Eindruck geschunden. Der Ligusterschwärmer kann eine Flügelspannweite von bis zu zwölf Zentimetern erreichen. Die Begegnung mit dem Nieukerker war tatsächlich ungewöhnlich, denn eigentlich ist der Ligusterschwärmer als Nachtfalter in den Dämmerungsstunden unterwegs. „Er hat sich tot gestellt“, sagt Böttger über das Zusammentreffen. Kaum hatte er ein Foto gemacht und drehte sich um, war der Falter auch wieder weg. In seinem Garten tummeln sich aktuell noch jede Menge andere Schmetterlinge. „Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Bläuling, Kohlweißling“, zählt der Nieukerker auf, was er in den vergangenen Tagen alles entdeckt hat. Monika Hertel, Vorsitzende vom Nabu im Kreis Kleve, wundert das nicht. „Dadurch, dass es in den vergangenen Tagen so warm war, sind relativ viele Schmetterlinge unterwegs“, stellt sie fest. Auch sie hat in den vergangenen Tagen einen Ligusterschwärmer entdeckt, der noch morgens früh unterwegs war. Die bevorzugte Speise des nachtaktiven Schmetterlings sind der Nektar von Nachtkerzen und Ligusterblüten. Die Raupe ernährt sich übrigens von den Ligusterhecken. Anders als der Buchsbaumzünsler ist die Raupe des Ligusterschwärmers aber sehr genügsam und frisst nicht eine komplette Hecke kahl. Hübsch auffällig ist sie auch noch. Den apfelgrünen Körper zieren lila-weiße Streifen und am Hinterleib hat die Raupe ein Horn. „Harmlose Tiere“, verspricht Hertel. „Einfach daran freuen“, gibt die Nabu-Expertin denen mit auf dem Weg, die einen Ligusterschwärmer bei Tageslicht entdecken, so wie Kurt Böttger.

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