Geldern: Nach Bankrott: Biogasanlage Saelhuysen ist verkauft

Geldern : Nach Bankrott: Biogasanlage Saelhuysen ist verkauft

Mitarbeiter sollen zunächst weiter beschäftigt werden. Landwirtschaftskammer: Projekte rechnen sich nicht mehr.

Die kurze Geschichte der Biogasanlage Saelhuysen hat ein vorläufiges Ende gefunden. Nachdem die Betreiberfirma Insolvenz angemeldet hatte (die RP berichtete), ist die Anlage nun verkauft worden. Das bestätigte auf Anfrage Peter Benger, einer der rund 15 Landwirte, die sich zur Firma "Naturgas Niederrhein" zusammengeschlossen hatten. Gemeinsam mit der Firma EnD-I AG in Halle wurde die Betreibergesellschaft gegründet. Inzwischen hat auch die "Naturgas Niederrhein" Insolvenz angemeldet.

Rund fünf Millionen Euro wurden seinerzeit von den Partnern in das Projekt investiert. Benger und seine Mitstreiter müssen wohl ihren finanziellen Einsatz abschreiben. Die Landwirte hatten sich bereits vor der Insolvenz der Betreibergesellschaft aus dem Projekt herausgezogen. "Es gab unterschiedliche Auffassungen", sagt Benger über das Verhältnis zur EnD-I. Immerhin können nach seinen Informationen die Mitarbeiter der Biogasanlage wohl fürs erste beschäftigt bleiben. Gekauft habe die Anlage ein Unternehmen aus dem Münsterland.

Als die Biogasanlage 2011 eröffnet wurde, galt sie als ein wegweisendes Projekt für nachhaltige Energieerzeugung. Doch die Branche hat in den vergangenen Jahren Probleme bekommen, nicht zuletzt durch eine Gesetzesnovellierung, die EEG 2012, die vom Energieunternehmen EnD-I als "bürokratisches Monster" bezeichnet worden war. "Seit dieser Gesetzesänderung sind bei uns keine Biogasanlagen mehr gebaut worden", erklärte dazu bereits vergangenen November Iolen Constantin von der Landwirtschaftskammer Kleve. "Sie sind nicht mehr rentabel, weil die Vergütungen für den erzeugten Strom sich nicht mehr lohnt." Inzwischen sind Biogasanlagen, die einst als grüne Vorzeigeprojekte galten, auch ins Visier von Umweltschützern geraten. Jetzt veröffentlichte der Verein "VSR-Gewässerschutz" aus Geldern eine Mitteilung, in der auf Umweltprobleme verwiesen wird. "Die meisten Biogasanlagen sind auf die kontinuierliche Anlieferung von Mais angewiesen, die sie auch vertraglich aushandeln. Daher steht der Landwirt unter Druck, mehrere Jahre hintereinander Mais auf dem gleichen Standort anzubauen. Die Folge des fehlenden Fruchtwechsels ist mit einem hohen Pestizideinsatz verbunden. Dies Pestizide findet man inzwischen im Grundwasser und in Flüssen", schreibt der Verein.

(s-g)
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