Adlersaal in Kerken: Münchener Freiheit rockt die Kultnacht

Adlersaal in Kerken : Münchener Freiheit rockt die Kultnacht

Die Kultband aus Bayern hat 650 Gäste zum Jubiläumsjahr der Gemeinde in den Kerkener Adlersaal gelockt.

Der Nieukerker Ulrich Cladders steht eigentlich auf Hard Rock und Heavy Metal. Doch bei einer Kultnacht spielt insbesondere das Miteinander eine große Rolle. Da darf es musikalisch auch gerne eine bekannte Pop-Band aus den 80ern sein, erzählte Cladders.

Mit Freunden und Bekannten aus dem Dorf die Gläser heben – das ist mittlerweile wortwörtlich Kult in Kerken-Nord geworden. Für 79 Euro konnte man sich ein Zehn-Liter-Fass genehmigen und auf einem der zahlreichen Stehtische platzieren. Bier zum selber zapfen genießt auf den Kultnächten in Nieukerk mittlerweile eine kleine Tradition. Wer ein wenig körperlichen Freiraum wollte, der musste sich schon in die hinteren Ecken des Saals verkriechen. Weiter vorne, bis hin zur Saalmitte herrschte Körperkontakt.

So schnell wie zu dieser Jubiläums-Kultnacht waren die 650 Stehplatz-Karten noch nie ausverkauft, erzählten Wolfgang Notz und Erwin Baetzen, Hauptorganisatoren des Event-Abends.

Bereits am Vortag waren die Ton- und Lichttechniker angereist, um das Bühnenbild vorzubereiten und die Anlage sowie Lichttechnik aufzubauen, informierte Johannes Servas, Kassierer beim Trägerverein Adlersaal. Gegen Mittag des Eventtages fand der obligatorische Soundcheck statt, bevor sich die Musiker der fünfköpfigen Band ins Hotel des Landgasthauses Wolters zurückzogen und die Ruhe vor dem Sturm genossen.

Ab 19 Uhr füllte sich der „Adler“ allmählich. Gegen 20.30 Uhr ging es dann richtig los. Notz und Batzen, die mit ihren Vereinskollegen die Veranstaltung ermöglicht haben, eröffneten die siebte Nieukerker Kultnacht zum Jubiläumsjahr des Heimatvereins (25) und der Gemeinde Kerken (50).

Bei einer fulminanten Lichtershow mit epischem Musik-Intro betraten die einzelnen Bandmitglieder des Quintetts aus der bayrischen Hauptstadt nach und nach die Bühne. Mit „Liebe auf den ersten Blick“ startete das Konzert am Freitag. Nach dem ersten Song rief ein Gast bereits scherzhaft: „Zugabe!“ Frontsänger Tim Wilhelm ging darauf ein und sagte: „Extra für dich gibt es jetzt eine Zugabe: ‚Tausend mal Du‘.“ Mit großer Euphorie freute sich das Nieukerker Publikum auf diesen Hit, der für Stimmung im Saal sorgte.

Bei den beiden Kassierern des Heimatvereins, Karl Gartz und Doris Keysers, rollte derweil der Rubel beim Verkauf der Getränkekarten im Flur des Adlersaals. Cladders philosophierte mit einem seiner feiernden Mitstreiter über die Anzahl an Liter Bier, die wohl über die Theke gehen wird: „1000 Liter Bier werden das mit Sicherheit sein.“

Bei einem Lichtermeer aus bunten Knicklichtern spielten die Musiker aus Bayern zahlreiche alte Klassiker, aber auch neue Songs wie „Ich brenn für dich“ (2018). Um kurz vor zehn erreichte der Abend mit der wohl bekanntesten Single „Ohne Dich“ (schlaf ich heut’ Nacht nicht ein) einen Höhepunkt und animierte die Feiernden zum Mitsingen. Der Song war 1986 wochenlang in den Top Ten der deutschen Charts, in der Schweiz und Österreich sogar an der Spitze auf Platz eins. Nach dem Konzert bewiesen die Musiker der fünfköpfigen Band ihre Nähe zu den Fans. Einige konnten sich unter anderem mit Frontsänger Til Wilhelm ablichten lassen.