Geldern: Momentaufnahmen gegen die Armut

Geldern: Momentaufnahmen gegen die Armut

Kein Geld für Medikamente oder Lebensmittel: Zehn schwarz-weiße Motive sollen auf die Armut in der Mitte der Gesellschaft hinweisen. Ein Projekt des Berufskollegs der Liebfrauenschule Geldern soll darauf aufmerksam machen.

"Wir wollen mit unseren Bildern auf die Armut eingehen, die man sonst vielleicht nicht so sieht. Die alltäglich ist, aber die nicht offensichtlich wird", meinte Carolin Haase (20) vom Liebfrauenschule-Berufskolleg. "Zu den Momentaufnahmen haben wir kurz und knapp Texte angefertigt, die hoffentlich möglich machen, dass dieses Thema für viele Menschen präsenter wird." Isabelle Sämisch (17) fügte hinzu, "dass wir uns am Anfang mit dem Thema schwergetan, doch uns in der letzten Zeit sehr in das Ganze eingearbeitet haben. Es ist ein schönes Gefühl, sich für diese Ideen zu engagieren und so hoffentlich jenen Menschen zu helfen, die zu wenig haben."

Zehn großformatige Fotos, die in ausdrucksstarkem Schwarz-Weiß verschiedene Facetten von Armut in der Region beleuchten, wurden von Schülern des Fachbereichs Gesundheit und Soziales an des Liebfrauen-Berufskollegs gestaltet. Im August 2017 begann das Projekt des Gestaltungskurses unter der Leitung des Lehrers Marc Baum, der zurückhaltend meinte: "Die ganzen Ideen, die man sieht, kamen von den Schülern. Ich habe nur ein bisschen vermittelt und bei der Organisation geholfen."

In der Öffentlichen Bücherei am Gelderner Kirchplatz wurden die Werke enthüllt, wo sie bis zum 16. März in den Fenstern hängen werden. Sie sind von außen wie auch innen zu sehen, um so auch Passanten hoffentlich einen Gedankenanstoß zu geben. Wer seinen Weg in die Bücherei findet, der wird auch die zusätzlichen Spendendosen finden, die eigens von den Schülerinnen des Berufskollegs angefertigt wurden, um Geld für den "Hilfsfonds für Menschen in Not" zu sammeln. Die Gelder dieses Fonds unterstützen nämlich die katholische und evangelische Kirchengemeinde Geldern sowie den Caritas-Verband Geldern-Kevelaer.

Anlässlich der Präsentation in der Bücherei war auch Caritas-Vorstand Andreas Becker vor Ort, um das Engagement der jungen Erwachsenen zu loben: "Armut zeigt sich meist nicht offensichtlich. Man muss schon genau hinschauen und hinschauen wollen, um zu erkennen, dass es auch in unserer Nachbarschaft Menschen gibt, die von Armut betroffen sind. Menschen, die nicht frei am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und Hilfe benötigen."

Die ausgestellten Bilder zeigen zum Beispiel ein kleines Mädchen, das an einem Tisch mit einem Teddybär und einem einzelnen Muffin sitzt. Die Textzeile fragt: "Happy Birthday?" Ob nun die Rechnungen nicht bezahlt werden können, es um die Ausgabe von Kleidung geht, oder es zu wenig Platz gibt für die Familie: Die schwarz-weißen Aufnahmen zeigen klar, welche Probleme laut den jungen Machern in der Gesellschaft angegangen werden müssen.

Die Ausstellung "Armut in unserer Region" wird, nach ihrem Ende in Geldern ab Mai in der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Straelen aufgestellt werden und voraussichtlich im Oktober in der Kirchengemeinde St. Marien in Wachtendonk zu sehen sein.

Wer sich für seine Mitmenschen engagieren will, findet die Informationen zum Hilfsfonds im Internet auf der Seite www.caritas-geldern.de.

(cnk)