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Modegeschäfte im Gelderland berichten über die Lage

Textilhandel im Gelderland : Was auf den Kleiderbügeln hängt

Es gibt Meldungen über allgemeine Lieferengpässe. Doch in den Modegeschäften des Gelderlandes scheint alles wie gewohnt zu laufen. Die Auswahl ist groß. Die Kunden allerdings sind zum Teil noch zurückhaltend.

Alarmierendes lief am Mittwochmorgen in den Radionachrichten: Modegeschäfte klagen über Lieferengpässe, hieß es da. Vor allem Produktionsstätten in Asien seien oft nicht in der Lage, die Läden mit der aktuellen Herbst- und Winterkollektion zu versorgen. Die RP machte am Mittwoch eine Stichprobe: Wie ist die Lage und die Auswahl in den Fachgeschäften des Gelderlandes?

Isabelle Königshofen von Indefrey by Belumi in Issum gibt Entwarnung. Wer etwas Warmes zum Anziehen sucht, der wird an der Kapellener Straße in Issum fündig. „Da braucht keiner Sorgen haben.“ Die Lieferung mit Winterjacken funktioniere, die Pullover sind da, nur die Hosen würden etwas auf sich warten lassen. Das wäre allerdings auch kein Problem, da man auf Ware aus anderen Filialen zurückgreifen könne, im Falle des Falles, dass der Kunde nicht fündig wird. Angesagt sind aktuell vor allem bequeme Hosen, Jogpants, unter anderem mit Karomuster. Zu finden sind ansonsten viele Brauntöne. Der Blick geht aber schon jetzt in die (über-) nächste Jahreszeit. „Für uns beginnt die Frühjahrssaison schon im November“, erklärt Isabelle Königshofen. Dann mischen sich ein paar fröhlichere Farben unter die Herbst- und Winterware. Die Frühjahrsware ist auch schon tragbar, etwa mit einer dicken Strickjacke kombiniert, so die Fachfrau, und wird unter anderem auch schon im Weihnachtsgeschäft fleißig gekauft.

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Alles normal läuft bei Kaenders Women an der Hartstraße in Geldern. „Das, was wir eingekauft haben, wurde auch geliefert“, heißt es dort. Allgemein allerdings verlagere sich die Auslieferung nach hinten.

Weniger von Lieferschwierigkeiten, mehr von Produktionsproblemen hörte Daniela Artz von Cuca Moden in Geldern. Es gebe weniger Stoffe und Garne, sodass Teile nicht hergestellt werden konnten. Ihre eigene Kollektion im Geschäft an der Hartstraße weise nur wenige Lücken auf. „Ich habe aber auch bewusst weniger eingekauft aus Angst vor dem nächsten Lockdown“, sagt die Inhaberin. Sie habe sich mehr auf Waren konzentriert, die auch ganzjährig tragbar sind. Bei Festbekleidung habe sie sehr zurückgefahren.

„Die Kunden sind noch sehr verhalten, wir sind noch längst nicht wieder auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit“, registriert die Händlerin. Die 2- und 3G-Regelung halte viele wohl zurück, vermutet Daniela Artz. „Die Leute sind es satt, sie wollen zurück zur Normalität.“

Barbara Valkysers, die an der Hartstraße in Geldern Damenmode und Accessoires verkauft, merkt, dass Lieferketten unterbrochen sind. „Bei einigen Firmen gibt es große Probleme. Ware von August und September ist teilweise noch nicht angekommen“, berichtet sie. Besonders bei Hosen, Jacken und Strickwaren fehle viel. Doch sie kann beruhigen. Die Auswahl sei dennoch groß, man könne auf andere Marken ausweichen. Und ab November, verweist sie auf Versprechen der Lieferanten, soll alles wieder normal werden.

Das Kaufverhalten der Kunden sieht Barbara Valkysers auf normalem Weg. Es sei „wieder wohlwollend“, auch mit der Corona-Schutzmaske gebe es bei ihr im Laden keine Probleme. Einen Grund für das Fehlen von Kaufzurückhaltung sieht sie auch in ihrem Sortiment. Sportive und „Casual-Wear“-Kleidung werde gut gekauft, weil Freizeit fast wieder normal stattfinde.