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Mirja Boes und das DJ-Duo "Gestört, aber geil" gastierten in Straelen.

Freiluftveranstaltung in Straelen : Hupkonzerte an der „Gemüseplatz“-Bühne

Der Veranstalter war zufrieden mit den ersten beiden „Car’n’Couch“-Konzerten in Straelen. Das Publikum saß in den Autos und sparte nicht mit ungewöhnlichen Beifallsbekundungen für die Live-Darbietungen.

Ungewohnt, das war wahrscheinlich der erste Gedanke, der den Besuchern bei den „Car‘n‘Couch“-Konzerten am Pfingstwochenende in Straelen durch den Kopf ging. Auf dem leergeräumten und noch unbebauten Gelände zwischen Großmarktstraße und An der Bleiche hatten vier abwechslungsreiche Acts die Möglichkeit, trotz Corona live vor Publikum aufzutreten. Die Gäste befuhren das Gelände in ihren Autos und wurden aufgefordert, diese nur bei wirklichem Bedarf zu verlassen.

Veranstalter Tim Ophey von der Firma „blue place – Agentur für Events“ in Wachtendonk erklärte in seiner Begrüßung beim Auftaktkonzert am Samstag: „Auch für mich ist es ungewohnt, statt auf Menschen auf Autos zu gucken.“ Und weiter: „Wir haben ein ganz hochkarätiges Line-up für das Wochenende zusammengestellt.“

Los ging es dann direkt mit Mirja Boes und ihrer Band, den Honkey Donkeys. Sie präsentierten eine gelungene Mischung aus Stand-Up Comedy und Songs von ihrer neuen CD „Auf Wiedersehen! Hallo!“: „Wir sind heute die Ersten. Heute darf gehupt werden, morgen findet die Veranstaltung dann nicht mehr statt.“

Rasant arbeitete Mirja Boes sich durch Themen, über die sonst weniger gesprochen wird, zum Beispiel das Menstruationstrauma der Frauen oder die wahrhaft böse Seele von Delfinen, und erntete damit Lacher, die trotz Distanz und Autoscheiben gut zu hören waren. Die Begeisterung der Gäste in den etwa 50 Autos schlug sich dann auch in wahren Hupkonzerten nieder. Gemütlich sitzend im eigenen Pkw, versorgt mit eigenen Getränken und Snacks, mit Blick auf die Bühne und wirklich gutem Sound aus dem Autoradio – die Besucher des ersten Abends waren nicht nur begeistert, sondern auch tiefenentspannt.

 Mirja Boes und ihre Band hatten am Samstag die Konzertreihe eröffnet. Knapp 50 Autos fanden den Weg aufs Gelände.
Mirja Boes und ihre Band hatten am Samstag die Konzertreihe eröffnet. Knapp 50 Autos fanden den Weg aufs Gelände. Foto: Ja/Norbert Prümen (nop)

Am Sonntag kam dann sogar ein bisschen Festivalatmosphäre auf, als die DJs von „Gestört, aber geil“ die Bühne übernahmen. „Verrückte Zeiten, verrückte Partys. Wir sind jetzt schon Autokino erprobt“, verkündeten sie und produzierten ganz entspannt und mit bester Laune Beats, die selbst in den Autos kaum jemanden ruhig sitzen ließen. Zwei Stunden lang boten sie ein mitreißendes Set „quer durch den Gemüsegarten“. Von „Mein Herz tanzt“ über „Wünsche Dir was“, „Zombie“ bis hin zu „Ti Amo“ wurde jeder Geschmack bedient.

Währenddessen richteten sich die Gäste in den rund 120 Autos gemütlich ein und genossen bei perfektem Wetter die Disco in Corona-Zeiten. Auch an diesem Abend stand die Hupe selten still, und auch mit der Lichthupe kann ein Takt begleitet werden. Viel zu schnell hieß es abschließend: „Jetzt noch mal vier Minuten Vollgas, Straelen. Und los geht’s.“ Zum Schluss gab das Duo den Gästen noch mit auf den Weg, dass man sich trotz allem auf normale Veranstaltungen freue: „Bis dann, Straelen. Wir sehen uns ganz bald wieder.“

Ophey zeigte sich zufrieden mit den ersten beiden Konzerttagen: „Die DJs haben gut Stimmung gemacht, und das Publikum hatte sichtlich Spaß an der Performance. Beide Shows wurden vom Publikum sehr gut angenommen, leider war die Show von Mirja Boes nicht so gut besucht, was wir persönlich als sehr schade empfunden haben. Der Stimmung hat das aber keinen Abbruch getan.“

Am Montag rockte Max Giesinger Straelen.