Geldern: Menschenkette für Toleranz

Geldern: Menschenkette für Toleranz

Janine Ingenpass ist Initiatorin. Die Veranstaltung findet am Samstag in Geldern statt. Treffpunkt ist der Marktplatz. Das Motto lautet "Jetzt erst recht".

Das erste Mal sei eine spontane Aktion gewesen, blickt Janine Ingenpass auf die erste Menschenkette, die für mehr Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit gebildet wurde. Damals kochte alles ziemlich hoch, die "Flüchtlingskrise" war in aller Munde. "Noch keine 100 Leute" seien damals in Geldern zusammengekommen, um ein Zeichen für Menschlichkeit und gegen Rassismus zu setzen. Am Samstag, 16. Juni, sollen es mindestens 200 werden, so die Hoffnung von Ingenpass. Und weil kaum ein Mensch einfach komme, um sich in eine Menschenkette einzugliedern, hat sie ein Programm auf die Beine gestellt. "Diesmal wollen wir es fröhlich halten", sagt der Geldernerin. Auch im vergangenen Jahr gab es eine Aktion, mit Prozession zu den Stolpersteinen. "Das war sehr emotional", erinnert sich die Initiatorin. In diesem Jahr soll es bunt sein, mit Musik von ihrem Vater Mr. Soul, mit Tanzvorführungen und Sänger Kenneth King aus Bochum. Durch den Nachmittag führt Gerd Lange als Moderator. Beginn der Veranstaltung ist um 14 Uhr mit der Eröffnungsrede und der Bildung der Menschenkette. Danach startet das Programm. Mit dabei ist auch die Tänzergruppe JSLN Dance Company aus Augsburg.

Nicht alle sind der Veranstaltung freundlich gesonnen, weiß Ingenpass. Und das ist erschreckend. "Es gibt leider immer noch Menschen, die haben Angst, sich in die Menschenkette einzureihen, weil sie negative Reaktionen befürchten", nennt Ingenpass ihre Beobachtung. Auch sie bekam schon Gegenwind. Der veranlasste sie dazu, die Veranstaltung vorzuverlegen und nicht länger damit zu warten. "Jetzt erst recht", das treffe das Motto ganz gut. Immerhin stehe die Menschenkette nicht nur als Bollwerk gegen Fremdenfeindlichkeit, sondern für Menschlichkeit. Und die geht alle an.

(bimo)