Mehrere Projekte laufen derzeit am Ostwall in Straelen.

Innenstadtgestaltung : Der Ostwall – Straelens Großbaustelle

Der zweite Teil der Wall-Umgestaltung hat begonnen. Doch mit dem neuen Rewe-Supermarkt und der neuen Trauerhalle auf dem Friedhof laufen an der Straße zwei weitere große Projekte.

Es ist ein Riesending: elf Meter lang, 22 Tonnen schwer. Und es fährt im Schritt-Tempo auf dem Ostwall in falscher Richtung. Aber das darf es, denn ohne diese Maschine wäre die Neugestaltung der Straße schwerlich möglich. Mit scharfen Stahlzähnen reißt die Asphaltfräse den Belag auf, auf einem Förderband laufen die Steinbrocken zur Ladefläche eines vor der Fräse wartenden Lastwagens. Ein Hupsignal, und der Konvoi bewegt sich ein Stück vorwärts.

Jonas Angenendt beobachtet die Arbeiten. „Es ist schon sehr viel passiert“, sagt der Fachdienstleiter im Bereich Stadtentwicklung. Für zwei Wochen Verzögerung hatte das Winterwetter gesorgt. Doch jetzt ist der zweite Teil des Straelener Wallumbaus in vollem Gange. Nach dem Vorbild des Nordwalls soll der Ostwall umgestaltet werden, mit Fahrradstreifen als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo-20-Regelung. Zwei Abschnitte sind geplant, zunächst der größere von Rathausstraße bis de-Cabanes-Straße. „Die Tiefgaragen und Geschäfte bleiben erreichbar“, macht Angenendt auf die aufgehobene Einbahnstraßenregelung aufmerksam.

Die Straelener reagieren auf die Sperrung bisher offensichtlich gelassen. Die beiden in gelber Jacke umher gehenden Baustellenlotsen, von denen einer von 9 bis 12 Uhr, der andere von 15 bis 18 Uhr im Dienst ist, sind laut Angenendt schon oft angesprochen worden. „Die Resonanz war positiv.“ Läuft alles nach Plan, ist der „neue“ Ostwall am 31. Juli fertig, wobei noch offen ist, wann der Übergang vom ersten zum zweiten Bauabschnitt erfolgt.

Dietmar Maaßen zeigt neben der Leichenhalle, wie das neue Trauerhaus aussiehen wird. Foto: Klatt

Spätherbst ist der Termin für die Eröffnung des neuen Trauerhauses auf dem Ostwall-Friedhof. „Der Baubeginn ist für Ende März geplant“, erklärt Dietmar Maaßen von der Stadtverwaltung. Die alte Einsegnungshalle ist bereits abgerissen. Als Ersatz wurde ein beheizbares Trauerzelt mit gleich großer Grundfläche hingestellt, das 60 Sitzplätze bietet.

Eins zu eins wird die Einsegnungshalle durch das Trauerhaus ersetzt, dessen geschwungene Architektur vom Büro „Kleinlützum + Hiller“ aus Neukirchen-Vluyn entworfen wurde. Das alte Rosettenfenster der Halle bleibt erhalten und wird in eine Mauer eingearbeitet, die laut Maaßen als Treffpunkt auf dem Gelände gedacht ist. Der Übergang zur Leichenhalle wird überdacht. Die Leichenhalle selber mit den Kühlzellen soll vorerst erhalten bleiben.

Die Firma Tecklenburg zieht den neuen DM- und den neuen Rewe-Markt (im Hintergrund) hoch. Foto: Klatt

Vom Architekturbüro „Fritschi + Stahl“ stammt der Entwurf für den neuen Rewe-Markt am Ostwall. Es ist das Projekt der Großbaustelle, das am weitesten fortgeschritten ist. Die Firma Tecklenburg zieht das Gebäude hoch, ebenso den DM-Markt, der am Soatspad entsteht und laut Edgar Walter von der Tecklenburg-Projektentwicklung vom hauseigenen Architekten entworfen wurde. Zwar erzwangen Frost und Schnee auch hier eine knapp zweiwöchige Pause, doch wird laut Walter der Zeitplan in etwa eingehalten. Im Juli soll der Rewe-Markt stehen, wenn keine schweren Geräte mehr über das Areal müssen, werden auch die Parkplätze hergestellt.

Bis der neue Rewe-Supermarkt dann im Innern vollständig eingerichtet ist und für die Kunden seine Türen öffnet, werden nach aller Erfahrung noch einmal einige Wochen vergehen.

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