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Maßnahme des Wasser- und Bodenverbands der Mittleren Niers.

Gewässer in Wachtendonk : Hochwasser-Vorsorge: Siepbach ist wieder renaturiert

Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers hat das ökologische Potenzial des Gewässers gemeinsam mit Landwirt Ludger Straeten gefördert.

Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers hat bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie eine wasserbauliche Maßnahme in Wachtendonk abgeschlossen. Mit dem Projekt „Renaturierung Waerdt“ will der Verband das gute ökologische Potenzial für einen Teil­abschnitt des Siepbachs nachhaltig fördern. Außerdem trägt die Maßnahme zur Förderung des natürlichen Wasserrückhalts und somit auch zur Hochwasservorsorge in Wankum und Wachtendonk bei.

Der Siepbach fließt vom Quellgebiet am Hochheckweg in nordöstliche Richtung. Östlich vom Ortsteil Aerbeck verläuft er unterhalb der Autobahn 40 und mündet nach zwei Kilometern in ein namenloses Gewässer, das laut Dagmar Spona von der Bereichsleitung Verwaltung unter der Nummer 03.10.01 geführt wird. Im Laufe der Jahre wurde der Siepbach wie viele andere Gewässer auch begradigt und technisch ausgebaut und besaß daher zuletzt ein tief eingeschnittenes Trapezprofil.

 Baumanpflanzungen, Schilf und eingebautes Totholz unterstreichen den ökologischen Aspekt der Maßnahme.
Baumanpflanzungen, Schilf und eingebautes Totholz unterstreichen den ökologischen Aspekt der Maßnahme. Foto: Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers

Hintergrund der Maßnahme war, dass das Gewässer die Hofanlage von Ludger Straeten querte. Dadurch konnte er diese nicht mehr den wirtschaftlichen Erfordernissen anpassen und nutzen. Gleichzeitig barg der Hofbetrieb Risiken für nicht erwünschte Stoffeinträge in das Gewässer, die zum Erreichen eines guten ökologischen Potenzials verhindert werden mussten. Eine Entwicklung des Gewässers in der ursprünglichen Lage schied aus. Gemeinsam mit dem Hofeigentümer, der zuständigen unteren Wasserbehörde des Kreises Kleve und dem Verband entstand die Idee, das Gewässer um den Hof herumzulegen und gleichzeitig zu renaturieren.

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Inzwischen konnte diese Maßnahme fertiggestellt werden und zeigt sich als Erfolg für alle Beteiligten. „Ich kann mittlerweile meine Hoffläche vollständig ausnutzen, ohne dass sich aus meiner Hofbewirtschaftung Risiken für das Gewässer ergeben“, fasst Straeten das Ergebnis aus seiner Sicht zusammen.

Auch die Kosten halten sich laut Verband im Rahmen. „Wir haben für die Maßnahme eine 80-prozentige Förderung des Landes erhalten, und Herr Straeten hat sich in der Weise beteiligt, dass er die Fläche für die Umverlegung des Gewässers kostenlos zur Verfügung gestellt und die Entsorgung der entnommenen Erde aus dem neuen Gewässerverlauf übernommen hat. Die übrigen Kosten für die Durchführung der Maßnahme belaufen sich auf gerade einmal etwa 55.000 Euro“, ergänzt Hans Josef Windbergs, Bereichsleiter Technik beim Wasser- und Bodenverband. „Die Kosten konnten auch deshalb niedrig gehalten werden, weil die Maßnahme ohne Einsatz von Fremdunternehmen mit fachkundigem, eigenem Personal sowie eigenen Maschinen geplant und durchgeführt werden konnte“, erklärt Jonas Nienhaus, der als Fachplaner für Planung und Bauausführung verantwortlich war.

„Diese Maßnahme hat gezeigt, dass in der Zusammenarbeit mit Landwirten, Fördergeldstelle und Fachbehörden für alle Beteiligten sinnvolle und kostengünstige Lösungen geschaffen werden können“, erläutert Peter Joppen, Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Im Herbst werden gegebenenfalls nicht angewachsene Bäume noch ersetzt und die Entwicklung der Maßnahme beobachtet.