Schützen in Herongen: Manfred Schneikert trägt Herongens Festkette

Schützen in Herongen : Manfred Schneikert trägt Herongens Festkette

Party-Stimmung im Zelt, Festumzug, Fahnenschwenken und viele Gäste beim Gottesdienst mit Festketten-Übergabe.

Das gesamte Dorf war am Wochenende gänzlich in Feierstimmung, denn der örtliche Sportverein Blau-Weiß richtete die Sommerkirmes aus. Aus seinen Reihen kamen Festkettenträger Manfred Schneikert und dessen Adjutanten Ralf Teeuwen und Stefan Driesch.

Die Kirmes wurde am Samstagnachmittag mit einem Gottesdienst eröffnet, der sehr gut besucht war und bei dem die Kette feierlich übergeben wurde.

Pfarrer Christian Werner und Diakon Ludwig Wolf leiteten das ökumenische Zusammensein in der St. Amandus-Kirche. Anhand des Gleichnisses des Pharisäers und Zöllners sprach Werner darüber, dass jeder Mensch „eine Mischung aus Gutem und Bösem“ sei. „Eine gute Botschaft, auch während der Kirmes“, erklärte er. Denn bei dieser gäbe es „Momente der Selbsterkenntnis, damit wir nicht abheben“.

In seiner gewohnt beschwingten Art baute Christan Werner einige Scherze in seine Predigt ein und sang sogar Udo Jürgens’ Lied „Glut und Eis“, das sich auf die innere Dualität des Menschen bezieht. Brot und Trauben wurden an die Besucher verteilt, damit nicht nur gemeinsam gesungen und gelacht, sondern auch gegessen wurde.

Die Männergesangvereine Westmark aus Herongen und Waldeslust aus Straelen versüßten mit ihren Klängen das Miteinander in St. Amandus.

Nach der Predigt war es Zeit für die Übergabe der Festketten. Annemarie Fleuth, die Trägerin des vergangenen Jahres, hielt für diesen Anlass eine Rede. Für sie war das Tragen der Festkette „ein Erlebnis, das das Leben bereichert. Etwas Besseres kann einem in Herongen nicht passieren“, sagte sie. Sie lobte den Sportverein Blau-Weiß Herongen 1910 und, dass der Verein „gleichzeitig auch ein Ort der kulturellen Begegnung und des Zusammenhalts“ sei.

Einen Anteil daran habe auch Festkettenträger Manfred Schneikert gehabt, der seit 41 Jahren Mitglied ist und von 1996 bis 2012 Jugendtrainer sowie von 2006 bis 2012 zusätzlich als Jugendobmann aktiv war. Seine drei Kinder sind ebenfalls im Sportverein tätig.

Beide Adjutanten sind seit über 40 Jahren mit dabei: Ralf „Molly“ Teeuwen fertigte als gelernter Stuckateur das große Vereinswappen am Sportplatz an und war Betreuer der einzelnen Mannschaften. Stefan „Kleffen“ Driesch führt die Vereinschronik, war mitverantwortlich für das Jubiläumsbuch zum 100-jährigen Bestehen und auch als Torwarttrainer aktiv.

Abschließend wandte sich Ortsvorsteherin Annemarie Fleuth noch einmal an die Besucher und lobte sowohl die vielen ehrenamtlichen Helfer des Sportvereins als auch die zahlreichen weiteren aktiven Gruppierungen im Ort. „Manche sagen ja, dass das Dorf ausblutet, dass es verödet“, sagte sie. „Auf viele Sachen haben wir keinen Einfluss. Das Einzige, worauf wir wirklich Einfluss nehmen können, das ist die Vereinskultur, und die macht Herongen nach wie vor lebens- und liebenswert.“

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