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Geldern: Luftbilder: Als die Fotos fliegen lernten

Geldern : Luftbilder: Als die Fotos fliegen lernten

Mit einem ferngelenkten "Kopter" sorgt RP-Fotograf Gerhard Seybert für Bilder aus ungewöhnlichen Perspektiven. Doch auch für Dachdecker, Versicherungen und Solaranlagen-Installateure lässt er seine Drohne aufsteigen.

Für Modellbau hatte Gerhard "Gerry" Seybert eigentlich nie Zeit. Natürlich, eine Carrera-Bahn hatte er, und ferngelenkte Fahrzeuge waren ihm ein Begriff. Aber ein eigenes Flugzeug, das hat er nie besessen.

 RP-Fotograf Gerhard Seybert mit seiner Drohne im heimischen Garten.
RP-Fotograf Gerhard Seybert mit seiner Drohne im heimischen Garten. Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Trotzdem musste der RP-Fotograf nun lernen, mit einer Fernlenkung zu hantieren. Damit steuert er eine seiner inzwischen drei Drohnen, ausgestattet mit einer Kamera, über die er faszinierende Luftbilder schießen kann. Bevor er allerdings das erste Mal eine seiner Kameras in die Luft geschickt hat, standen viele Testflüge auf dem Programm. Er erinnert sich: "Ein Jahr lang habe ich nur bei mir im Garten geübt, danach bin ich dann das erste Mal auf ein benachbartes Feld gegangen." Erst, als er das Fluggerät mit den vier Propellern quasi im Schlaf beherrschte, installierte er seinen Fotoapparat.

Bis zu zwei Kilo schwer sein darf die Ausrüstung, die die Drohne mit in die Luft nehmen soll. Je nach Modell haben seine "Kopter" - so werden die Fluggeräte genannt - vier bis sechs Rotoren, die für den nötigen Auftrieb sorgen und die Nutzlast bist auf eine Höhe von 100 Metern tragen. "Theoretisch wäre auch mehr möglich", sagt Seybert, "aber erlaubt sind 100 Meter." Bei dieser Höhe kann der Fotograf zudem noch ohne Probleme Sichtkontakt zu seinem Kopter halten und schnell reagieren, wenn sich zum Beispiel Vögel von dem Gerät gestört fühlen sollten.

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"Das ist bislang noch nicht passiert, aber in dem Fall kann ich den Luftraum schnell verlassen", erklärt Seybert. Sechs Meter pro Sekunde können die Motoren die Drohne in die Höhe heben, und mit bis zu 30 Kilometern pro Stunde geht es vorwärts. Bei dieser Geschwindigkeit sind natürlich keine Fotos mehr möglich, aber dank der modernen Kameratechnik kann Seybert auch Videos von seinen Flügen drehen. "In Full HD" betont der Fotograf.

Und auch wenn er nie Modellbauer war: Improvisations- und Basteltalent braucht Seybert nun doch. Bei den ersten Videos stellte er nämlich fest, dass durch die Bewegung der Rotoren die Bilder verwackelt waren - mit einer speziellem Dämpfungsplatte ist das Problem nun behoben. Auch ein Landegestell musste eigens gebaut werden, damit die Drohne nicht unsanft mit der Kamera aufsetzt. Und inzwischen hat er einen seiner Kopter so umgebaut, dass er damit auch in Hallen fliegen kann.

Allerdings setzt Seybert seine Drohne nicht nur für RP-Fotos ein, oder wenn Privatleute ein Luftbild von ihrem Haus machen möchten. Auch Dachdecker haben seine Hilfe schon in Anspruch genommen, um Flachdächer zu inspizieren. Versicherungen hilft er dabei, einen ersten Blick auf vermeintliche Sturmschäden zu werfen, ohne dass erst mit viel Aufwand ein Mitarbeiter auf das Dach zur fraglichen Stelle gebracht werden muss. Und mit einer speziellen Kamera hilft er sogar den Installateuren von Solaranlagen, defekte Module ausfindig zu machen. Trotzdem: In erster Linie ist Gerry Seybert mit Leib und Seele Fotograf. Er lacht: "Trotzdem. Du hältst die Zeit ja nicht auf."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Luftbilder aus Geldern, Kevelaer und Umgebung

(RP)