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Lehrerkolumne: Vertrauen ist die Basis

Lehrerkolumne : Vertrauen ist die Basis

Ewald Hülk ist Studiendirektor am Berufskolleg Liebfrauenschule in Geldern und schreibt über das Leben als Lehrer. In seiner Kolumne schreibt er darüber, wie sehr er sich auf das neue Schuljahr freut und wie wichtig Vertrauen für eine gute Zusammenarbeit ist.

Niemand ist perfekt! Endlich, ja endlich geht es in der nächsten Woche wieder los. Präsenzunterricht mit allen Schülern in Klassenstärke, Schule so, wie man das vor Corona gewöhnt war, eine Runde fröhliches Quatschen mit den Kollegen von Angesicht zu Angesicht in der Pause, Smalltalk mit den Sekretärinnen und dem Hausmeister: herrlich! Ich freue mich!

Für mich besonders schön: Ich leite wieder den neuen Jahrgang in unserem Beruflichen Gymnasium. 91 junge Menschen werde ich kennenlernen, darunter meine neue Klasse mit den Sportabiturienten. Ich weiß schon jetzt: Voller Spannung und Vorfreude werde ich morgens zur Schule fahren. Welche Persönlichkeiten werden mir da anvertraut? Wahrscheinlich wieder eine bunte Mischung an pfiffigen, kreativen, coolen, sozial eingestellten, verständnisvollen, klugen, witzigen und blitzgescheiten Jugendlichen, von denen nicht wenige den Schalk im Nacken haben und die ich allesamt auf dem Weg zum Erwachsenwerden und hin zum Studium und zum Beruf drei Jahre lang begleiten darf.

Was liegt da vor mir? Mein engagierter Versuch, sie locker-flockig und keinesfalls lustlos für die Themen meiner Fächer Biologie und Französisch zu begeistern, gemeinsame Feiern, Skiexkursion und Studienfahrt, mit Sicherheit auch außerhalb des Unterrichts viele Gespräche über „Gott und die Welt“ und die Zeit nach dem Abi. Es hört sich vielleicht vermessen an: Aber ich bin zuversichtlich, dass ich auch zu diesen Schülern einen guten Draht haben werde.

Warum? Mein Prinzip war stets einen offenen und ehrlichen Umgang zu pflegen. Mein nötiger Vertrauensvorschuss ist damit inbegriffen. Und in den rund 30 Jahren Lehrerdasein bin ich so gut wie nie enttäuscht worden. Nobody is perfect – niemand muss perfekt sein! Weder Schüler noch Lehrer.

Ich bin mir sicher: Das merken Schüler. So entsteht gegenseitiges Vertrauen. Und das ist letzten Endes die Basis dafür, dass Zusammenleben in der Schule gelingt, zum Wohl aller und, das Wichtigste, insbesondere für die Schüler.