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Leader-Region fördert 19 Projekte im Gelderland

Kleinprojekte für den ländlichen Raum : Grüne Inseln und ein Visionenlabor

Mit rund 200.000 Euro werden 19 Projekte aus den Kommunen Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen gefördert, die sich mit den Themen Biodiversität, Tourismus, soziales Miteinander und Stärkung der Ortskerne beschäftigen.

Die Leader-Region Leistende Landschaft (LeiLa) hat kürzlich über die Anträge für das Förderprogramm Kleinprojekte zur Strukturentwicklung der ländlichen Räume entschieden. „Mit rund 40 Anträgen gab es einen großen Ansturm auf die Fördermittel“, sagt Ute Neu, Regionalmanagerin der Leader-Region, „daher konnten nicht alle Bewerbungen zum Zuge kommen.“

Insgesamt wurden 19 Kleinprojekte ausgewählt, die sich die Fördermittel in Höhe von 200.000 Euro teilen müssen. 180.000 Euro kommen vom Land NRW. Den regionalen Eigenanteil in Höhe von 20.000 Euro müssen sich die Kommunen Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen teilen.

 Der Verein Grow Holt freut sich über einen Tauschtreff an der Katharinen-Schule in Auwel-Holt.
Der Verein Grow Holt freut sich über einen Tauschtreff an der Katharinen-Schule in Auwel-Holt. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Gefördert werden Projekte aus allen vier Städten: Der Verein Kulturunterstützung linker Niederrhein schafft zur Aufrechterhaltung von gemeinnützigen Engagement- und Ehrenamtsstrukturen einen Materialverleih zu Veranstaltungszwecken an. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich erhöht die Aufenthaltsqualität durch grüne Inseln mit Sitzmöglichkeiten. In Geldern greift das IMI-Team das Motto „LandLebenStadt“ auf und bepflanzt unter Bürgerbeteiligung Pflanzkübel an Straßen und Plätzen, die über das Jahr von allen geerntet werden können (wir berichteten).

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Durch die Kleinprojektförderung können auch Naherholungs- und Freizeitangebote in der Region weiter ausgebaut werden. Der Verein Grow Holt bekommt Mittel für einen Tauschtreff für Bücher und Spiele an der Grundschule in Auwel-Holt. Am Waldfreibad Walbeck wird der Aufenthalt für Familien durch eine Seilbahn, Sonnensegel und Familiensofas attraktiver gestaltet. Der Aktiv-Bewegungsparcours am Fitnessbad „Wasserstraelen“ wird um einen Treffpunkt mit Sitzbänken ergänzt. Der Schulhof in Walbeck erhält eine Boulderwand. Eine Ruheoase auf einer Radtour wird in Breyell am Speckerhof eingerichtet. In Nettetal werden sechs Selfie-Points an touristisch attraktiven Standorten mit einmaligen Panoramablicken errichtet. In Hins­beck wird es an einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Verkaufsautomaten einen Streichelzoo geben. In Geldern soll die mittelalterliche Geschichte durch einen Festungswanderweg, der die Verläufe der Stadtmauer und der ehemaligen Befestigungsanlage nachzeichnet, erlebbar gemacht werden.

 Die Schießsportgemeinschaft Kevelaer bekommt einen Zuschuss für eine neue Kühltheke.
Die Schießsportgemeinschaft Kevelaer bekommt einen Zuschuss für eine neue Kühltheke. Foto: Heinz Spütz

Projekte, die die Biodiversität und den Artenschutz unterstützen, wurden ebenfalls mit einer Förderung bedacht. In Ortsteilen von Keve­laer werden Multifunktionsnisthilfen installiert und ein mobiler Wildbienenlehrpfad angeschafft. In Nettetal werden Imkergeräte angeschafft, die es ermöglichen, einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen, um die Gesundheit der Bienen zu schützen. Gleichzeitig wird in Nettetal eine Wildblumenwiese angelegt, die die Insektenvielfalt fördern soll.

Auch die Stärkung der Gemeinschaft im ländlichen Raum wurde von dem Entscheidungsgremium honoriert. Deshalb können sich gleich mehrere Vereine über Investitionen in ihre Vereinsheime oder ihre Ausstattung freuen. Die Bürgerinitiative Barbaraviertel wird seniorengerechte und barrierefreie Möbel für den bib-Treff anschaffen, der Kevelaerer Verein Wirksam wird in eine technische Ausstattung investieren, um das KUK-Atelier zu einem offenen „Visionenlabor“ mit dem Charakter eines Coworking-Space weiterzuentwickeln. Des Weiteren erhält die Schießsportgemeinschaft Kevelaer einen Zuschuss für eine neue Getränkekühltheke, um künftig Veranstaltungen unter anderem für Jugendliche professionell organisieren zu können.

Zur Steigerung der ökonomischen Kompetenz in der Region wird durch das Unternehmerinnen Forum Niederrhein ein Zukunftskongress zum Thema „Zukunft denken, Zukunft gestalten“ organisiert.

Den Sommer über haben die Projektträger nun Zeit, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Im November müssen die Projekte spätestens abgeschlossen sein.

(RP)