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Straelen: Landgard setzt Restrukturierung fort

Straelen : Landgard setzt Restrukturierung fort

Die Finanzierung des Gartenbauvermarkters in Herongen ist bis Ende 2016 gesichert. 1,8 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2013. Rückgang gegenüber 2012. Für das laufende Jahr wird ein besseres Konzernergebnis erwartet.

Der Gartenbauvermarkter Landgard in Herongen befindet sich auf einem aufsteigenden Ast. Das belegt der Geschäftsbericht für 2013, den Vorstandsvorsitzender Armin Rehberg, Vorstandsmitglied Dr. Helmut Steurer und Aufsichtsratsvorsitzender Bert Schmitz nach der Vertreterversammlung vorstellten. Dort hatten die Genossenschaftsmitglieder laut Rehberg den Restrukturierungskurs bestätigt, mit dem Landgard aus dem Millionendefizit herauskommen will. "Die Abstimmungen auf der Versammlung zeigten die Zufriedenheit und sehr gute Stimmung bei den Mitgliedern", sagte Schmitz. Rehberg erwähnte das 100-jährige Bestehen der Versteigerung in Straelen. "Auf diese lange Tradition kann man stolz sein. Aber es wurden in jüngster Vergangenheit eben auch Fehler gemacht."

Landgard erreichte 2013 einen Umsatz von rund 1,8 Millionen Euro, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 200 Millionen Euro. Die Rahmenbedingungen bezeichnete Rehberg als katastrophal. Er verwies auf die ungünstige Witterung mit daraus resultierenden Ernteausfällen und den stagnierenden Gesamtmarkt. Außerdem wurden nicht profitable Geschäftsbereiche aufgegeben, zum Beispiel bei Blumen und Pflanzen der Vertrieb in England und der Cash & Carry-Markt in Prag.

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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 40,2 Millionen Euro (2012: 40,1 Millionen Euro) deutlich im positiven Bereich. Auch das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) war mit 10,5 Millionen Euro positiv (2012: 9,5 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) wies zwar weiterhin ein Defizit von 27,9 Millionen Euro aus. Doch trotz schlechten Wetters und außerordentlicher Belastungen im Rahmen der Restrukturierung ergab sich gegenüber 2012 eine Verbesserung von 8,4 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte verbesserte sich das Ergebnis um rund 24 Millionen Euro. "Landgard ist operativ wieder profitabel", betonte Rehberg.

Die Restrukturierung und damit der Weg nach oben sollen kontinuierlich fortgesetzt werden. Das Geschäftsmodell bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als tragfähig, 90 Prozent des Umsatzes sind profitabel. Der Patient Landgard ist mit den Worten Rehbergs nach einer Operation am offenen Herzen zwar stabil, aber noch nicht geheilt. Der Gesundungsprozess laufe.

Die Finanzierung der Erzeugergenossenschaft ist bis Ende 2016 gesichert. Banken, Kreditversicherer und Leasinggeber stünden hinter Landgard, betonte der Vorstand. Anfang 2014 bewilligte das Land Nordrhein-Westfalen zudem die beantragte Landesbürgschaft für die Saisonfinanzierung. Die Anschlussfinanzierung ab März 2016 werde vorbereitet.

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet Landgard ein deutlich besseres Ergebnis. "Wir sind gut gestartet, wir liegen vom Ergebnis her zurzeit über dem Vorjahr", bilanzierte Steurer die ersten sechs Monate und sprach von einem vorgezogenen Saisoneffekt. Es würden jetzt nur die Umsätze gemacht, die auch Rendite bringen. Rehberg kündigte an, auch andere als deutsche Erzeuger ins Boot holen zu wollen, wenn deren Portfolio zur Landgard-Strategie passe. So sei denkbar, Gemüse und Obst aus Asien im Winter hierzulande zu vermarkten.

(RP)